HENRIK WIEMER - Ein Nachruf


Meine Hände zittern während ich diese Zeilen schreiben. Immer noch sitzt der Schock tief. Am 2. Weihnachtstag erhielten wir die traurige Nachricht, dass unser enger Freund und Front-Man für Ichtu’s im GC Gut Neuenhof völlig unerwartet aus dem Leben gerissen wurde. Zwei Stunden habe ich am Stück geweint und auch jetzt kann ich die Tränen nicht zurückhalten. Der Verlust schmerzt zu sehr.


Henrik wurde 53 Jahre alt und hinterlässt Susanne und seine Töchter Anna, Laura und Charlotte. Er hinterlässt allerdings nicht nur Menschen, die ihn liebten - vor allem hinterlässt Henrik Spuren. Als er vor mehr als 1o Jahren die Entscheidung traf, Christ zu werden und Jesus zu seiner Nummer 1 im Leben - und nicht nur am Sonntag - zu machen, änderte sich alles. Nein, er wurde in diesem Moment weder ein perfekter Golfer, Ehemann, Vater oder Freund. Er wurde Christ. Ein Mensch, der sein Vertrauen fortan auf Jesus setzten wollte, statt auf sich selbst.


Es war ihm von da an ein leidenschaftliches Anliegen, seine Freunde, Familie und Kollegen auf DEN hinzuweisen, der sein Leben so radikal verändert hatte – Jesus. Sein Leben und Reden wurden zu einer herzlichen und gleichermaßen dringlichen Einladung, sich mit ihm gemeinsam auf diesem Weg zu machen, an dessen Ende das ewige Zuhause steht - dort, wo er jetzt von Angesicht zu Angesicht mit seinem Freund Jesus reden kann und wartet. – Wartet auf uns und alle diejenigen, die er im Laufe der Jahre eingeladen hat, diesem Jesus zu vertrauen.


Ich könnte vieles schreiben über Henrik, was mir persönlich in Erinnerung bleibt. Seine Marotten, seine Lache, unsere lebhaften Diskussionen, seine tollen Fotos, die Leidenschaft für seine Frau und die Liebe zu ihr und seinen Mädels, sein Glaube u.v.a. mehr. Aber ich habe mich entschlossen, ihn mit seinen Impulsen, die er im GC Gut Neuenhof hielt, selbst zu Wort kommen zu lassen und in seinem Sinn darum zu bitten: Denkt mal darüber nach!


Als ich das letzte Mal einen Impuls an dieser Stelle weitergab, hatte ich euch folgende Frage gestellt: ´Was waren die drei besten Entscheidungen deines Lebens?` Ich weiß nicht, wie du die Frage heute beantworten würdest, aber die Gespräche, die wie damals hatten, waren gut und schürften tief.`

Warum habe ich mich vor 12 Jahren entschieden, als entschiedener Christ leben zu wollen? Weil mir klar wurde, dass Jesus Christus die Kraft hat, mich von den Ängsten meines Lebens zu befreien. Gehe ich als Christ durchs Leben, ist das ungefähr so, als spielte ich eine Runde Golf mit Jesus – Format: Klassischer Vierer. Jeder schlägt abwechselnd, aber mein Teampartner ist ja kein geringerer als Jesus selbst. Egal wie mein Schlag ausfällt (am liebsten natürlich gut) und egal, wohin er fliegt, den zweiten Schlag locht ER. – Jesus bringt meinen Ball ins Ziel.

Im Neuen Testament steht einer meiner Lieblingsverse im Römerbrief, Kapitel 8, Vers 28: „Denen, die Gott lieben, werden alle Dinge - alle Umstände - zum Besten dienen!“

In einem Psalm Davids steht das ungefähr so: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. Und fliegen wie ein Adler.“ - Er ist ein lebendiger Gott, er wirkt im Jetzt und Hier.

Wenn Karsten in seinen Impulsen gerne von Jesus als seinem Caddie spricht, der ihm hilft und Tipps gibt auf der Runde seines Lebens, dann finde ich das ein treffendes Bild. Aber eigentlich ist Jesus sogar noch mehr, wenn ich das Bild vom klassischen Vierer aufgreife: Er ist in meinem Team und macht den nächsten Schlag. Er macht den letzten Schlag. Er bringt meinem Ball ins Ziel. Jesus ist der Meter, der mir auf dem Platz oft fehlt. Er kompensiert meinen zu kurz gelassenen Putt. Er ist meine Rettung, wenn ich mal wieder in den Wald schlage.

Ich weiß zwar nicht, wie Jesus das immer macht, aber wenn ich auf die letzten zwölf Jahre meines Lebens zurückschaue, die ich bewusst als Christ lebe, dann staune ich und kann oft nur sagen: Er hat’s gemacht.

Das im echten Leben nicht missen zu wollen, ist einer der Gründe, warum ich Christ geworden bin. Ich kann und will nicht darauf verzichten, mit Jesus die Runde meines Lebens zu spielen.

Er ist mein Hole in One. Er hat mir versprochen, dass er mich heimbringt, egal wo ich gerade liege. Er ist mein Frieden. Ich muss nicht mehr aus eigener Kraft versuchen, mir und anderen zu beweisen, dass ich wer bin.

Was sind deine Sehnsüchte und deine Wünsche in diesem Moment? Was ist deine Angst? Denkt mal darüber nach. Beides wird dein Spiel, dein Leben bestimmen.“

Das ganze Leben besteht aus Entscheidungen. Als Golfer wissen wir, dass unsere Entscheidungen da draußen oft über Sieg oder Niederlage entscheiden. Ich möchte euch kurz von den drei besten Entscheidungen meines Lebens erzählen und wie ich zu Ichtu‘s kam.

1. Ich habe meine Frau geheiratet.

2. Ich habe mit dem Golfen angefangen.

3. Ich habe angefangen, bewusst und aktiv als Christ zu leben - Jesus in mein Leben hinein zu lassen.


Das erste Ereignis, meine Frau zu heiraten, ist nun schon 25 Jahre her. Die Entscheidungen zwei und drei traf ich fast zeitgleich. Meine Frau hatte die Entscheidung getroffen, mir zum 40. Geburtstag einen Platzreifekurs schenken. Mit den Jahren flog der Golfball immer besser und wir trauten uns langsam damit unter die Leute zu gehen.

Dazu kam, dass der Gedanke, die wichtigen Dinge in unserem Leben zu verbinden, naheliegend war. Also habe ich mich im Internet auf die Suche nach Christen gemacht, die im Golfsport wie ich eine Leidenschaft entdeckt hatten. Dabei stieß ich auf Ichtu’s – Christen im Golfsport e.V. (Anmerkung von mir: Die Henrik dann nach Gut Neuenhof holte.)

Bernhard Langer hat mal gesagt: „Lieber eine falsche Entscheidung, aber konsequent durchgezogen, als eine richtige Entscheidung zweifelnd.“ Oder wie in meinem Fall: Lieber das zu kurze Eisen gut und locker geschwungen als das richtige Eisen ängstlich in den See gehackt.

Recht hat er, der Bernhard. Wie in so vielen Dingen. Beim letzten AK 50 Mannschaftsspiel sagte mein Flightpartner: „Der Bernhard Langer, das wäre so ein richtiges Idol für ihn. So lang, so gutes Golf - und das alles ohne Skandale.“ - Bernhard Langer hat das Vorwort zu unseren Birdiebooks geschrieben. Er ist bekennender Christ.

Der Weg ist nicht das Ziel. Das würde ein ständiges Rennen, ständiges Suchen, ein niemals Ankommen zur Folge habe. Wie im Hamsterrad. Der Mensch brauch ein Ziel, ansonsten irrt er durchs Leben.

Ich war es selbst irgendwann leid, ständig zu suchen, ständig zu laufen. Vor über 10 Jahren habe ich mich finden lassen. Jesus hatte mich gerufen und gefunden, und ich habe die Entscheidung getroffen, seine Einladung anzunehmen, mich ihm anzuvertrauen. Ich habe JA gesagt. Ich bin angekommen. Am Ziel.

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Wir von Ichtu’s freuen uns auf ein Wiedersehen mit Henrik und die eine oder andere gemeinsame Runde mit ihm und Bernhard Langer. Henrik ist ein Verlust „hier unten“, aber ein Gewinn „dort oben“. Er ist am Ziel.


Dankbar für die Spuren, die er hinterlassen hat…

Im Namen seiner Freunde bei Ichtu’s,

Karsten

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