Zufrieden?

August 23, 2018

 

Wir Golfer sind bekanntlich Sprücheklopfer. Wir behaupten oft das eine und tun das andere. Die Aussage „Ich spiele Golf nur zur Freude!“ ist der vielleicht beste Beleg dafür.

Schneller als uns lieb ist, wird diese Behauptung der Lächerlichkeit preisgegeben, wenn wir Golfer uns über schlechte Schläge, Putts oder die Platzkonditionen aufregen – oft bevor wir das Grün der Bahn 1 erreicht haben.

Meist regen wir uns verbal auf. Einige von uns, indem sie theatralisch den Schläger fallen lassen, als hätten sie noch nie einen schlechten Schlag gehabt. Manche schlagen vor Wut gegen das Bag. In meiner Gegenwart feuerte jemand mal seinen Schläger meterweit und um Haaresbreite an einem Mitspieler vorbei.

 

Freude sieht anders aus! Selbstbeherrschung auch. Was hier zum Vorschein kommt, ist ein hohes Maß an UNZUFRIEDENHEIT! Das Gegenteil von Zufriedenheit, die auf Wikipedia definiert wird als…

a) innerlich ausgeglichen zu sein und nichts anderes zu verlangen, als man hat;

b) mit den gegebenen Verhältnissen, Leistungen oder ähnlichem einverstanden zu sein, nichts auszusetzen zu haben.

 

Gerechtfertigt werden unsere Worte und Taten dann so: „Ich muss mir Luft machen, Emotionen zeigen, sonst geht dann gar nichts mehr! Ich brauche das!“

Ohne jemand zu nahetreten zu wollen: Das ist großer Quatsch und steht im direkten Widerspruch zur Aussage, man spiele nur aus Spaß und zur Freude.

Mir liegt – wenn Golfer sich mehr oder weniger theatralisch aufregen – oft die Frage auf der Zunge (manchmal stelle ich sie auch): „Welches HCP hast du denn?“ – „Oh, HCP 8?! – Warum regst du dich dann auf? Du kannst es doch nicht besser! Du bist Amateur“

 

Ich selbst habe irgendwann eingesehen, wie doof es eigentlich ist, wenn ich mich ärgere. Ich bin Amateur, trainiere so gut wie nie. Wenn selbst Profis schlechte Schläge machen, die täglich hunderte Bälle im Training bewegen, was bilde ich mir dann eigentlich ein mit Blick auf mein vermeintliches Können? Etwa, dass ausgerechnet ich so ein Hecht von Golfer bin, dem alles gelingen sollte?

 

Ich las mal: „Wer sich über seine Schläge aufregt, will eigentlich nur den Eindruck erwecken, dass er besser ist als das, was seine Mitspieler gerade zu sehen bekommen." – Dieser Satz hat mich geheilt!

 

Seitdem übe ich, meine schlechten Schläge bestenfalls mit einem Lächeln zu quittieren und dankbar und zufrieden zu sein, dass ich einer der Privilegierten bin, die überhaupt in der Lage sind, einem so herrlichen Sport zu frönen.

 

Dankbarkeit und Zufriedenheit auf dem Golfplatz und im Leben haben oft mit unseren Erwartungen zu tun, und damit, ob wir die Dinge akzeptieren können, die wir eh nicht zu ändern vermögen. Deshalb ist Golf eben auch eine ideale Charakterschule – wenn wir sie denn zulassen!

 

Das Geheimnis guter Ergebnisse im Golf ist darum auch davon abhängig, ob es uns gelingt, erwartungslos unser Bestes zu geben und gleichzeitig zu akzeptieren, was passiert, nachdem der Ball die Schlagfläche verlassen hat. Ändern kann ich es eh nicht mehr.

 

Wer nicht akzeptieren kann, dass er Amateur ist, sollte das Golfen lassen und lieber Wandern gehen, anstatt da draußen miese Stimmung zu verbreiten, die sich zudem auf die Mitspieler negativ auswirkt. Nichts beeinträchtigt das Spiel so sehr wie ein permanent nörgelnder und fluchender Mitspieler. – Solltest du dich in diesen Zeilen wiedererkennen, dann nimm mir das offene Wort bitte nicht übel. Der, der das schreibt, hat sich über Jahre auf diese Weise lächerlich gemacht, seinen Fehler aber eingesehen und übt seitdem, es gar nicht mehr so weit kommen zu lassen.

 

Im Grunde ist es unser Stolz, der uns zum Schimpfen bewegt. Im Leben und auf dem Golfplatz halten wir uns nicht selten (oft auch unbewusst) für besser oder etwas Besseres als wir sind. Deshalb vergleichen wir uns am liebsten nach unten und nicht nach oben.

 

Konsequenterweise, aber fälschlicherweise, glauben wir, dass wir hohe Ansprüche haben müssen. Dabei geht es uns eigentlich darum, glänzen zu wollen – möglichst mehr als die, die neben uns arbeiten, stehen oder golfen und ebenfalls glänzen wollen! Manche wissen, dass sie nicht so sehr mit gutem Golf glänzen können und kompensieren das durch extravagante Kleidung, oder durch teures Schlägermaterial.

 

Im Neuen Testament steht: „…dass niemand mehr von sich halte, als sich's gebührt, sondern dass er maßvoll von sich halte, wie Gott einem jeden zugeteilt hat das Maß des Glaubens.“ Römer 12,3

 

Paulus redet hier von Charaktereigenschaften und setzt den Stolz des Menschen in Beziehung zu dem allerhöchsten Maßstab in Sachen Ethik, Moral und Charakter. Also nach ganz, ganz oben – wohin wir uns erst recht nicht vergleichen wollen und auch gar nicht könnten. Zumal wir Menschen nicht selten glauben, dass wir selbst das Maß aller Dinge sind.

 

Wer als Golfer zu viel auf sich hält, wird weder auf der Runde noch im Leben echte Zufriedenheit erreichen. Wir wissen das eigentlich und machen deshalb noch einen anderen Spruch, den wir nicht leben: „Wir golfen ja, weil uns das demütig macht!“

 

Wir wollen das eigentlich gar nicht. Wir hätten zwar allen Grund dazu, demütiger zu sein, als wir behaupten. Golf lehrt uns das nämlich tatsächlich. Gerade die Tage habe ich wieder eine vermeintlich leichte Putt-Übung gemacht, die mir die Grenzen aufgezeigt hat. Aus „Das ist doch easy“ wurden deutlich mehr Versuche als gedacht.

Im Grunde wissen wir, dass die Dinge auch in unserem Leben selten rundlaufen, egal welchen Anschein wir nach außen zu erwecken versuchen.

 

Die tiefe Sehnsucht des Menschen nach echter Zufriedenheit, Freude, Glück, Sinn und Erfüllung ist die vielleicht größte Sehnsucht überhaupt. Und es ist die, von der wir nicht wirklich wollen, dass die anderen darum wissen, denn wir müssten „Schwäche“ eingestehen.

 

Wir können uns zwar alles leisten und wenn uns etwas langweilig wird, leisten wir uns wieder etwas Neues und noch Besseres. Aber im Grunde ist es nichts anderes als ein Indiz dafür, dass wir weiter auf der Suche nach dem SWEET SPOT DES LEBENS sind.

Und – Hand aufs Herz – wer sagt sich nicht manchmal: Das hier kann doch nicht alles sein! – Warum wohl?

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Menschen am entscheidenden Ziel vorbeileben – unserer eigentlichen Bestimmung. Die Bibel lässt keinen Zweifel daran, dass echte Erfüllung und erfülltes Leben, ja in der Konsequenz auch ewiges Leben, nur und ausschließlich in einer engen, liebevollen und vertrauten Gemeinschaft mit unserem Schöpfer gefunden werden kann, der uns in Jesus als Mensch ganz persönlich begegnen möchte.

 

Jesus Christus sehnt sich danach, mit dir Gemeinschaft zu haben. Er wünscht sich, dass du dich weder hinter deinem HCP, deiner adretten Kleidung, noch hinter deiner beruflichen Karriere versteckst. Er wünscht sich, dass wir uns BEWUSST entscheiden, Gott zu sagen, dass es uns leid tut, dass wir IHM den Rücken zukehrten. Er möchte, dass wir uns nicht einfach mit dem Status „Geschöpf Gottes“ zufrieden geben, auf unser christlichen Tradition oder sonstwas ausruhen, sondern uns bewusst entscheiden, ein „Kind Gottes“ werden zu wollen. (In Johannes 1,12 steht: „Denjenigen, die ihn [Jesus] aufnahmen/einluden, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden!“)

 

Weil wir Menschen verkennen, dass unser Glück und unsere Zufriedenheit in Jesus liegen, besteht ein Großteil unseres Lebens leider im Verplempern unserer Lebenszeit, indem wir uns bemühen, anderen zeigen und erzählen zu wollen, wie toll wir sind. – Ist das wirklich alles, was wir nach 70, 80 oder 90 Jahren erreicht haben wollen? Was ist das im Vergleich zu einer Ewigkeit, die Gott seinen Kindern in Aussicht stellt? Was ist mit unserem inneren Wissen um die Ewigkeit und einem Schöpfergott, vor dem wir eines Tages Rechenschaft ablegen werden?

 

Wie gesagt: Der Mensch glaubt tatsächlich inzwischen, er sei das Maß aller Dinge, sucht sein Rettung und Befreiung aus dem Hamsterrad des Lebens eben nicht im Retter Jesus, sondern glaubt letztlich die Rettung liege im Hamsterrad selbst.

 

Als ich persönlich an den Punkt kam, an dem ich verstanden habe, dass mein Leben aus der Gnade Gottes heraus gelebt, erst wirklich sinnerfüllend ist, hat es richtig Fahrt aufgenommen. Die echte Zufriedenheit zu erleben, die sich in der Freiheit gründet, die Jesus bewirkt, ist weit, weit mehr als alles, was ich mir leisten könnte. Sie ist weit mehr als ich mir erträumt hatte. Wie in Sachen Golf: Wie bin ich dankbar, dass ich es versucht habe! 

 

Gott hat mir in Jesus Christus Gnade erweisen und einen MULLIGAN genehmigt. Die einzige Voraussetzung zur Annahme dieses Geschenks, ist es, IHM einzugestehen, dass ich in meinem Egoismus, meinem Stolz und meiner Sündhaftigkeit scheitern werde. Ich brauche Jesus und seine Vergebung.

 

Mit anderen Worten: Hier geht es um das Annehmen dessen, was Jesus für mich geleistet hat, statt selber leisten und glänzen zu wollen. Gott brauchen wir nicht zu beweisen, was für tolle Leute wir sind. IHM kann man nichts vormachen. Wir dürfen ehrlich vor IHM sein.

 

Ich weiß: Ein Mulligan ist nichts für echte Golfer und Jesus nichts für echte Kerle, die ihre Probleme gerne selber lösen! Persönlich kann ich darauf allerdings nicht verzichten, obwohl ich ein echter Kerl bin und schon einiges im Leben geleistet habe. Was hilft das? Ich brauche Jesus und seitdem ich ihn kenne, hat ER mein Leben wirklich glücklich und zufrieden gestaltet – auch in den Tiefen.  

 

GOTTES Mulligan in JESUS hat mich von dem Druck befreit, glänzen zu müssen. Meine Identität liegt weder in dem, was ich im Leben geleistet habe, noch in meinem Handicap. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich ich auch Turniere spiele, bei denen vorher klar ist, dass mein Handicap nachher schlechter ist als vorher. Ich spiele Golf tatsächlich zum Spaß und weil ich gerne mit den Leuten in meinem Club nach der Runde demütig über das rede, was schief gelaufen ist ;-).

 

Neben dem Geschenk eines Mulligans, einer zweiten Chance, die Gott mir in Jesus gibt, ist die Frage von Zufriedenheit und echter Erfüllung in meinem Leben heute an ein anderes Ziel geknüpft als „Höher, weiter, besser, größer, teurer und exotischer!“

Ich habe zugelassen, dass Gott mich fragt: „Wo willst du mit deinem Leben hin, Karsten? Zu mir, oder willst du dich doch lieber in Dinge flüchten, die dir bestenfalls kurzfristig Befriedigung verschaffen?“

 

Ein Bibeltext, den wir neulich im Kreis von Golfern gemeinsam lasen, hat mich gerade in dieser Frage nachdenklich gestimmt, was so meine Lebensziele sind:

 

Jakobus 4,1: „Wohlan nun, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen –, (14) und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Dunst seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet. (15) Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun. (16) Nun aber rühmt ihr euch in eurem Übermut. All solches Rühmen ist böse.“

 

Ein paar Dinge, die hier deutlich werden:

Gott ist das Maß aller Dinge, nicht der Mensch. Mit Gott gilt es Frieden zu machen, um Zufriedenheit zu erleben. Das geht nur über einen einzigen Weg: Jesus Christus. (Jesus dazu in Johannes 14,6: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, es sei denn durch mich.“)

 

Ich lade ein, diesem Jesus eine Chance zu geben. Als ich das tat, habe ich mehr oder weniger das zu ihm gesagt: „Jesus, ich habe verstanden, dass du es bist, der mir fehlt. Ich brauche deine Vergebung und bitte dich, mir meine Schuld zu vergeben, in mein Leben zu kommen und das Kommando zu übernehmen. Danke, dass ich mit dir leben darf – hier und in der Ewigkeit.“

 

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