Pardon, ich bin Christ (C.S. Lewis)

February 27, 2018

Sonntagmorgen. Die Sonne scheint. Da lacht das Herz und alle die, die sich auf dem Parkplatz der Golfanlagen Gut Frielinghausen und Felderbach treffen, um gemeinsam mit einem Gebet, einem leckeren Frühstück und einer Andacht in den Tag zu starten.

Ich bitte vorweg um Nachsicht, wenn ich in meinem Bericht heute nicht wie üblich auf die grandiosen und stümperhaften Schläge der gestrigen Runde eingehe. Auch die tolle Stimmung des Miteinanders, die leckere Currywurst, sieben Birdies, Longest Drive und Nearest to the Pin bleiben heute außen vor. Ich lade ganz bewusst dazu ein, einmal für einige Minuten auf P wie Parken zu schalten und sich mit den hier folgenden Gedanken auseinanderzusetzen. Es ist der Versuch zu erklären, was der eigentliche Kern dessen ist, was wir von Ichtu’s tun und wollen.

 

Geschenkte Punkte

Mein Freund, der Dortmunder Unternehmer Mark Cullingford, machte uns mit seinem Impuls Mut, den Tag in dem Wissen anzugehen, dass es bei Gott nicht darauf ankommt, Punkte ohne Ende zu sammeln, um gut vor ihm dazustehen. Mark, selbst leidenschaftlicher Golfer mit britischen und inzwischen eingedeutschten Genen, erklärte, Gott selbst habe uns in Jesus Christus das Punktekonto gratis (!) mehr als vollgemacht – als unverdientes Geschenk sozusagen. Das ist, als wäre die Scorekarte schon mit lauter Birdies und Eagle ausgefüllt.

 

„Irgendwie ein guter Einstieg in einen Golftag. So lässt sich bestimmt viel relaxter golfen“, dachte ich. Wenn ich mir vorstelle, dass schon mehr als genug Stablefordpunkte auf der Scorekarte in Form unverdienter Bonus-Birdies und Eagle eingetragen sind, kann ich doch eigentlich locker und easy schwingen und mich auf die fünf Stunden mit Sabine und Mirko freuen. - Wer mich kennt, der weiß sehr genau, dass ein dauerhafter „Easy Swing“ bei mir einem Wunder gleichkäme. Aber egal. Das ist nebensächlich.

 

Meine Golfrunde - und ich als Golfer – sind, um im Bild von Mark zu bleiben, also schon „gerettet“ bevor es überhaupt losgeht. Ich muss mir und anderen also nicht beweisen, dass ich es verdiene, ein guter Golfer genannt zu werden. Wenn ich will, stehen mir so viele Mulligans zur Verfügung, wie ich benötige. Ein herrlicher Gedanke!

 

„Nur, dass das es beim Golfen und im Leben nicht wirklich so läuft…“, möchte man einwenden. Ja, so läuft das tatsächlich nicht. So mancher von uns hat gestern schon gleich den ersten Abschlag (ich sogar noch den zweiten) gehörig vergeigt und wurde in der Folge über 4-5 Stunden in die Charakterschule genommen – irgendwo zwischen Verzweiflung, Wut, Tränen, Resignation und dem Üben in Selbstbeherrschung. Aber egal. Auch das ist nebensächlich. Ich wiederhole mich? „Liegt am Alter“, sagt eine gute Freundin aus Wuppertal immer zu mir.

 

Diese geschenkten Punkte, von denen Mark sprach, dienen ja lediglich als ein Bild, um uns zu zeigen, dass Jesus nicht Religion meinte als er vom Evangelium (griech.: Gute Nachricht) sprach. Anders gesagt: Der Mensch muss keine Leistung bringen, um Gott gnädig zu stimmen. Die Gute Nachricht ist, dass Jesus in seinem stellvertretenden Tod am Kreuz alles getan, gegeben und uns geschenkt hat, um das zu ermöglichen, wonach Gott sich am meisten sehnt: Gemeinschaft. Gott möchte mit uns in einer echten, auf Liebe und Vertrauen beruhenden Beziehung leben. Das bedeutet, dass wir Menschen genau das haben können, wonach wir uns in den ehrlichen Momenten unseres Lebens am meisten sehen: Frieden und Erfüllung – dauerhaft. Zuerst mit Gott, aber in der Konsequenz auf dieser Grundlage der authentischen, bereinigten Beziehung mit Gott, ist dann auch Frieden mit den Menschen in unserem nahen und weiteren Umfeld möglich.

 

Der Glaube an Gott beantwortet zudem die Frage danach, wie es nach unserer Golfkarriere und unserem Leben hier auf Erden weitergehen wird. Jesus bietet uns etwas, das weit über das hinausgeht, was wir uns an Glück, Geborgenheit und Sinn (tiefe Zufriedenheit) im Hier und Jetzt vorstellen können. Die Bibel fasst das in einem Vers treffend zusammen: „Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, hat Gott denen bereitet, die ihn lieben.“

 

Dass das möglich ist, wird im Ausruf Jesu am Kreuz „Es ist vollbracht!“ deutlich. Im Original besagt das Wort „tetelestai“ nichts anderes als „Ich habe für dich bezahlt. Du hast keine Schuld(en) mehr! Ohne eigenes Hinzutun schenke ich dir volle Punktzahl. Du hast in der Annahme meines stellvertretenden Todes alles, um mit Gott ins Reine zu kommen.“ – Jesus vergibt uns alle Bogeys, Doublebogeys, Ausbälle, Hacker, Slices, Hooks, vorbeigeschobenes 30cm-Putts unseres Lebens und was auch immer uns sonst noch zu schaffen macht.

 

Wenn Manager fragen

Uwe, Manager der Golfanlage, stellte mir gestern eine richtig gute Frage: „Wo wollt ihr mit der Arbeit von Ichtu’s eigentlich hin, denn Geld könnt und wollt ihr damit ja nicht verdienen?“ Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mit so einer Frage nach der Runde nicht gerechnet hatte. Das gerade Gesagte ist eigentlich ein Teil der Antwort, die ich gestern nicht so ausführlich gegeben habe. Aber im Kern ist es genau das. Wir existieren, um diese Gute Nachricht in die Welt des Golfsports hineinzutragen – ohne daran verdienen zu wollen. Deshalb freuen wir uns über die Gelegenheiten, beim Frühstück nachdenkenswerte Impulse zu geben; wir freuen uns über Gespräche auf der Runde und danach, die den Glauben zum Thema haben. Aus diesem Grund verschenken wir sinn-volle .

 

In der Welt des Golfsports, in der viele alles zu haben scheinen, wenn man mal nur von dem ausgeht, was man äußerlich messen und wahrnehmen kann, ist es wie überall: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Es existiert viel persönliche Not. Insgeheime Fragen nach dem Sinn des Lebens und dauerhafter Vergebung lassen sich nicht einfach dadurch ersticken, dass man meint, intellektuell begründen zu können, dass mehr gegen als für die Existenz eines Gottes spricht.

 

Wir können unsere ehrlichen, existenziellen Fragen, die uns bewegen zwar überspielen, aber wenn wir mit uns alleine sind, werden wir wieder ehrlich mit uns sein. Wir können versuchen der christlichen Botschaft auszuweichen, aber die Frage nach der eigenen Verantwortung vor einem vielleicht doch existierenden, liebenden, aber auch heiligen Gottes stellt sich uns doch immer und immer wieder. Gott klopft immer wieder bei uns an, weil er das Sehnen nach der Ewigkeit und dem Frieden mit Gott und Mensch in unser Herz gelegt hat. Er fragt immer und immer wieder: „Na, bist du jetzt bereit, dich auf mich einzulassen, mir zu vertrauen?“

 

 

Ein Bibelvers macht das bildlich sehr schön deutlich, in dem Jesus sagt: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür öffnet, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.“ (Hier geht es nicht um das Abendmahl, das wir aus der Kirche kennen, sondern um innige Gemeinschaft, die man in der Zeit Jesu noch beim Essen pflegte.)

 

Ich sage meinen Freunden immer wieder gerne, dass ich als denkender Mensch eher zu dem Schluss komme, dass Gott existiert und die Welt ohne Ihn keinen Sinn ergibt. Aber wichtiger als rationale Gedanken und ein Kampf um bessere Argumente, ist, was ich von dem erzählen kann, was dieser Jesus in meinem Leben verändert. Ich brauche persönlich keine rationalen, schlüssigen Belege für seine Existenz, auch wenn ich viele davon kenne. Glauben bedeutet, darauf zu vertrauen, dass wahr ist, was ein anderer mir sagt. Ich glaube, dass Gott mich nicht belügt.

 

Wenn der ehemalige Zuhälter, Drogensüchtige, skrupellose Geschäftsmann und korrupte Politiker seine persönliche Geschichte davon erzählt, wie er zu Jesus gefunden hat und wie sehr das sein Leben von Grund auf neu machte, dann ist das mehr als 1000 gute Argumente je sein könnten. Ich kann die Veränderung sehen. Das ist mir Beweis genug. Genau das habe ich und viele andere von Ichtu’s erlebt. Wir laden ein zum Glauben an Jesus ein, weil wir von seiner Person begeistert sind. „Sehet und schmecket wie freundlich Gott ist!“, schreibt ein Psalmist. Auch hier: Nur wer’s probiert kann auch „schmecken“.

 

Ich werde mich auch nicht dafür entschuldigen, dass ich als denkender, selbstbewusster, erfolgreicher Mann eingestehen muss, dass ich Jesus brauche, weil ich erlösungsbedürftig bin. Ich habe gesündigt gegen Gott und Menschen und gehe damit nicht nach dem Motto um: „Schwamm drüber. Weiß ja keiner.“ Ja, ich brauche Jesus, seine Vergebung, seine Orientierung im Alltag und seinen Rat, damit mein Leben, meine Ehe, meine Arbeit und auch „mein Ende“ gelingen. Wenn man mich deshalb für schwach hält, weil ich zugebe, dass ich jemand brauche, der mir hilft, kann ich damit prima leben.

 

„Pardon, ich bin Christ.“

So formulierte der Denker und Schriftsteller und gute Freund von J. R. R. Tolkien, C.S. Lewis, sein Buch, in dem er seine Gründe darlegt, warum er glaubt. In den Chroniken von Narnia hat er die Botschaft des Evangeliums zudem fantastisch phantasievoll verpackt. Wer gerne liest, findet in C.S. Lewis sicher einen anspruchsvollen Schriftsteller, der sich freuen würde mit vermeintlich „vernünftigen“ Gottesleugnern der heutigen Zeit zu unterhalten.

 

Lange Rede, kurzer Sinn.

Es gibt nichts, was an Aufgabe wichtiger für uns von Ichtu’s sein könnte, als diese Einladung Jesu auszusprechen und das Geschenk seiner Vergebung immer und immer wieder zu betonen, weil es tatsächlich ein Leben nach dem Golfen gibt. Mit dem Leben nach dem Golfen kann man sich allerdings nur solange auseinandersetzen, wie man noch die Gelegenheit hat, klare Gedanken zu fassen und Entscheidungen zu treffen. Das Leben ist endlich. So hart wie es klingen mag, was die Bibel auf den Punkt bringt: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug (vernünftig) werden!“

Die Entscheidung, das Angebot und Geschenk Gottes in Jesus anzunehmen, müssen wir selber treffen solange wir Gelegenheit dazu haben. Das kann und wird uns niemand abnehmen und es wird in der Ewigkeit keine Aufrechnung von Punkten geben (s. hierzu meinen Artikel „Rührei mal anders“).

 

Als ich Uwe dann sagte, dass ich mir wünsche und vorstellen kann, dass die Arbeit über die Grenzen Deutschlands hinauswächst und wir noch mehr Events ausrichten, war ich – das gebe ich einfach mal zu - selbst kurz verleitet, zu glauben, es gehe um die quantitative Ausweitung der Arbeit. Aber ehrlich? Das ist zwar ein schöner Nebeneffekt einer Arbeit, die Gott segnet - und das nicht wegen mir oder uns -, sondern trotz mir und uns. Viel wichtiger ist mir, Stunden, Tage und Wochen mit Golfern zu verbringen und ihnen zu helfen, Frieden mit Gott zu machen. Ich wünsche mir, dass sie wie ich erfahren, dass der christliche Glaube das Leben mehr bereichert als alles, was man besitzen kann. Wenn Jesus im Johannesevangelium sagt, dass ER der Weg, die Wahrheit und das Leben ist; und niemand zu Gott kommt als nur durch ihn, dann mag das nicht in unsere Zeit vermeintlicher Toleranz passen. Auch passt es nicht ins Regal unserer selbst zusammengestellten Götter. Nein, er sagt, dass der christliche Glaube und seine Person alternativlos sind im großen Karussell der Weltreligionen. Was Jesus wirklich meint, lehrt und sich sehnlichst wünscht, hat mit Religion nämlich nicht das Geringste zu tun, auch wenn die Kirchengeschichte leider ein ganz anderes Bild vermittelt. Dieses Bild ist an vielen Stellen so gar nicht im Sinne des Erfinders.

Jesus will dich und mich als Freund. Dafür fahren die beste aller Ehefrauen und ich gerne tausende von Kilometern im Jahr. Dafür kommen manche Ichtu’sler gerne zu Turnieren und fahren aus dem Schwarzwald nach Rothenburg oder Wuppertal, oder egal wohin. Nicht, um mit einem Hole in One oder mit Netto- oder Bruttosiegen zu glänzen, sondern da zu sein, wenn jemand fragt: „Wie werde ich (w)hole in One?“, also „heil in dem Einen - Jesus“. Dann können sie davon erzählen, warum Jesus in ihrem Leben heute den Unterschied macht.

 

Das ist sie also - die eigentliche Leidenschaft - die uns antreibt.

 

 

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