Große Golfer

Martin Kaymer

Verflucht, wer Prioritäten setzt!

 

Gerade erst als Nummer 1 auf dem europäischen Golfthron gefeiert; der noch 25jährige Kaymer katapultierte sich mit coolem Golf in die Weltspitze – Platz 3 hinter Tiger Woods; Spieler des Jahres in Europa; als zweiter Deutscher nach Bernhard Langer erfolgreich im Ryder Cup; Sieger der PGA Championship in Whistling Straits; und so weiter. Gewonnen, gefeiert, in den höchsten Tönen gelobt und... schon hagelt es allerseits harsche Kritik, weil er zur Sportler-des-Jahres-Gala im ZDF nicht erschienen ist. Auch hier: der lobenswerte Platz 3.Man kann sicher geteilter Meinung sein über die Kosten-Nutzen-Rechnung eines solchen Events. Ganz offensichtlich fiel die Rechnung von Martin Kaymer anders aus als die all derer, die ihn dort gerne gesehen hätten. Der Ärger über nicht erfüllte Erwartungen findet ihren Höhepunkt in der Aufkündigung der Freundschaft. So schrieb jemand über seine persönlichen Konsequenzen aus dem Fernbleiben: „Einen Fan hat Martin Kaymer jetzt weniger.“ – Wow. So schnell kann es also gehen.

 

Eine einzige vermeintliche Fehlentscheidung (je nach Perspektive des Betrachters) und schon ist es aus mit der Freundschaft. Andere (ver)urteilen aufs Schärfste – und das ohne die wahren Gründe von Kaymer zu kennen. Egal. Er war im Urlaub. Das weiß man jetzt.Personen des öffentlichen Lebens müssen halt tun, was die anderen wollen. Wir – die anderen – wollen aber oft genug selber nicht. Auch wir machen uns nicht zum Sklaven der Erwartungen anderer und wägen ab, wofür wir Kraft, Zeit und Geld investieren. Prioritäten setzen nennen wir das. Jeder halbwegs gescheite Mensch versucht seinem Leben, seiner Familie, seinem Beruf oder was auch immer, gerecht zu werden, in dem er abwägt, was wichtig ist. Übrigens tun sie und wir alle das vollkommen subjektiv. Martin Kaymer darf das auch.

Manche – so wie ich – haben das übrigens zu spät gelernt. Den Preis einer Erschöpfungsdepression möchte ich nicht nochmals zahlen müssen, weil ich einige Fehler gemacht habe:

  • zu wenig Ruhephasen

  • der Versuch, allen gerecht zu werden

  • sich selbst zu wichtig nehmen

  • keine Prioritäten setzen

 

Ich spiele übrigens Golf, weil es hilft, die Balance zwischen seelischem Ausgleich und Anforderung im Beruf zu halten. Martin Kaymer spielt beruflich Golf. Wie stressig das sein muss, kann jeder nachvollziehen, der etwas von Golf versteht. Gerade wir, die wir etwas von Golf verstehen, sollten Martin Kaymer zutrauen, dass er weiß, was er tut.

 

© Sportpastor Karsten Gosse, ICHTU’S – Christen im Golfsport e.V. - 21.12.2010

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