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Gedanken zu Johannes 8,1-12

Am Morgen war Jesus wieder im Tempel. Das ganze Volk versammelte sich um ihn, und er setzte sich und begann zu lehren. 3 Da kamen die Schriftgelehrten und die Pharisäer mit einer Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte, sodass jeder sie sehen konnte. 4 Dann wandten sie sich an Jesus. »Meister«, sagten sie, »diese Frau ist eine Ehebrecherin; sie ist auf frischer Tat ertappt worden. 5 Mose hat uns im Gesetz befohlen, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du dazu?« 6 Mit dieser Frage wollten sie Jesus eine Falle stellen, um dann Anklage gegen ihn erheben zu können. Aber Jesus beugte sich vor und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie jedoch darauf bestanden, auf ihre Frage eine Antwort zu bekommen, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: »Wer von euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein auf sie werfen.« 8 Dann beugte er sich wieder vor und schrieb auf die Erde. 9 Von seinen Worten getroffen, verließ einer nach dem anderen den Platz; die ältesten unter ihnen gingen als Erste. Zuletzt war Jesus allein mit der Frau, die immer noch da stand, wo ihre Ankläger sie hingestellt hatten. 10 Er richtete sich auf. »Wo sind sie geblieben?«, fragte er die Frau. »Hat dich keiner verurteilt?« – 11 »Nein, Herr, keiner«, antwortete sie. Da sagte Jesus: »Ich verurteile dich auch nicht; du darfst gehen. Sündige von jetzt an nicht mehr!« 12 Als Jesus daraufhin wieder zu den Leuten sprach, sagte er: »Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht mehr in der Finsternis umherirren, sondern wird das Licht des Lebens haben.«

Neue Genfer Ăśbersetzung

Eine Begegnung der anderen Art findet statt. Man muss sich einfach mal versuchen, vorzustellen, was hier passiert.

Für Jesus ist es zuerst mal „Buisness as usual“, denn er tut, was er am liebsten tat: Menschen etwas zu erzählen über das richtige Verständnis von Gott, Gnade und Barmherzigkeit, Ewigkeit, den Sinn des Lebens. Er möchte den Menschen klar machen, was der Unterschied zwischen einer äußerlichen Frömmigkeit und echter Gottesbeziehung ist.

Und dann treffen in diesem Bericht des Johannes genau diese Gegensätze von Religiosität und echter Gottesbeziehung aufeinander.

Auf der einen Seite stehen die heuchlerischen, gesetzlichen NEIN-Gesichter der Pharisäer und auf der anderen Seite das liebende, barmherzige und gerechte JA-Gesicht Jesu, der Gott persönlich kennt, weil er Sohn Gottes, ja, selbst Gott ist.

Der amerikanische Präsident Jefferson lebte zu einer Zeit, wo man noch zu Pferd unterwegs. Einmal kam er mit seinem Gefolge an einen Fluss, den es zu überqueren galt. Von Ferne schaute sich ein Mann das Treiben an und ging schließlich auf einen der Leute zu und bat darum, auf dem Rücken seines Pferdes mit auf die andere Seite genommen zu werden. Der Gefragte willigte ein.

Am anderen Ufer angekommen, kamen einige der Leute aus dem Gefolge des Präsidenten aufgebracht zu ihm gelaufen und fragten nach, warum er sich für das nicht ganz ungefährliche Überqueren des Flusses ausgerechnet den Präsidenten der Vereinigten Staaten ausgesucht hatte. - Seine Antwort war: „Er war der einzige mit einem JA-Gesicht.“

Menschen mit JA-Gesichtern sind oft Menschen, die innerlich eine Veränderung erlebten, die nun äußerlich sichtlich wird.

Menschen mit Nein-Gesichtern sind häufig solche, die ihre Härte, ihrer innerlichen Starrheit und Lieblosigkeit verdanken. Es sind Menschen, die verbittert sind und denen man es nie recht machen kann.

Die professionellen Frommen in unserem Bericht - die Herren Theologen zur Zeit Jesu also - hatten eine Frau ertappt, die mit einem Mann im Bett lag, der nicht der ihre war. Der konnte wohl gerade noch entwischen und sich vor seiner Verantwortung drĂĽcken. Das kennt man ja.

 

Es ging diesen Religiösen mit den Steinen in der geballten Faust aber gar nicht so sehr um die Frau, sondern um Jesus. Ihn wollten sie in die Pfanne hauen und aus dem Weg räumen. Er stand ihnen mit seinem Einfluss auf die Massen und seinem Anspruch, Gott zu sein, gehörig im Weg. Die Masse konnte offensichtlich sehr wohl sein Ja-Gesicht von den Nein-Gesichtern der heuchelnden religiösen Elite unterscheiden und glaubte Jesus., ja, vertraute Jesus. Bei ihm passten Wort und Tat nämlich zusammen.

Auch heute haben die meisten Menschen nichts gegen solche, die ihren Glauben ĂĽberzeugend und authentisch leben und bei denen Wort und Tat im Einklang stehen. Aber mit dem, was offiziell so als Christentum dargestellt wird, hat man nicht nur in letzter Zeit massive Probleme, in der sich verschiedene Skandale fĂĽr Aufsehen sorgten. Ich kenne Leute, die ihrer Kirche deshalb den RĂĽcken kehrten.

Dennoch gibt es Christen, Kirchen und Freikirchen, wo man lebt, was Jesus predigte. Dort treffen sich Christen, die mehr Wert auf eine persönliche Beziehung zu Jesus legen als auf alles andere, weil sie begriffen haben, dass die Beziehung zu Jesus für Veränderung im eigenen Leben sorgt und nicht oberflächliche Religiosität.

Jedenfalls geht Jesus hin und malt zuerst mal im Sand. Nein, es ist nicht so wichtig, was er schrieb. Was auch immer man zu wissen glaubt über das, was er schrieb, bleibt Spekulation. Was er sagte ist wichtiger. Mit dem Satz „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“, ist die Spannung der Johanneserzählung auf dem Höhepunkt.

Man könnte fast meinen, er gefährde leichtfertig das Leben der Sünderin. Weit gefehlt, denn Jesus traf den wunden Punkt derer, die ihm eine Falle stellen wollten. - Mich begeistert diese Weisheit und Weitsicht Jesu.

Man kann förmlich spüren wie es hier brodelt. Die Scheinfrommen schlucken und die Wut nimmt ihnen fast die Luft zum atmen. Aber sie sind überführt. Ihre Selbstgerechtigkeit und Heuchelei fand in Jesus ihren Meister.

Sie mussten feststellen, dass sie selbst diejenigen sind, die Dreck am Stecken hatten. Einer nach dem anderen ließ die Steine fallen und schlich davon. Interessanter Weise waren es die Alten, die zuerst Einsicht gezeigt haben, dass die Steinigung der Frau nicht die Lösung des Problems der Sünde war. Die Lösung des Problems der Sünde stand in Jesus vor ihnen – das hatten sie jetzt vielleicht begriffen.

Das Problem SĂĽnde hat Jesus hier ĂĽbrigens nicht bagatellisiert. Jesus kam wegen des SĂĽndenproblems der Menschheit in diese Welt.

Die Bibel sagt: „Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene (sich opfert) und gebe sein Leben zu einer Erlösung (von der Sünde) für viele.“ (Mt 20,28)

An anderer Stelle sagt Jesus: „Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten.“ (Lk 5,32)

Jesus würde später am Kreuz sterben, nicht aber die Ehebrecherin. Jesus für sie - das ja. Der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes hat Jesus stellvertretend für den sündigen Menschen Genüge getan, als er am Kreuz die Strafe auf sich genommen hat, die eigentlich jeder Sünder verdient hätte. Siehe Jesaja 53.

Jesus nahm die Verurteilung an Stelle des Sünders aus freien Stücken in Kauf und bezahlte mit seinem Leben am Kreuz den Preis, den wir hätten zahlen müssen.

Das verdeutlicht eine Geschichte, die ich mal hörte. Es handelt sich dabei um einen Kapitän, der seine alte Mutter mit auf eine lange Schiffsreise nahm. Irgendwann stellte der Koch fest, dass ihm Vorräte aus der Kombüse gestohlen wurden und meldete es dem Kapitän.

Der fackelte nicht lange und versprach dem Dieb die Peitsche.

Tage später kam der Koch und sagte dem Kapitän, dass er eine gute und schlechte Nachricht für ihn habe: "Der Dieb ist gefasst – soweit die gute; aber es ist deine Mutter."

Was sollte der Kapitän tun? Er befahl seine Mutter an den Mast zu binden, um sie auszupeitschen und bestimmte somit ihren Tod. Als einer der Matrosen mit der Peitsche ausholte, warf sich der Kapitän schützend über seine Mutter und nahm ihre Strafe auf sich.

Das ist ein Bild für das, was Jesus für mich und dich getan hat. Deshalb konnte er am Ende am Kreuz ausrufen: „Es ist vollbracht.“ – Was war denn vollbracht? – Der Preis für die Schuld und Sünde des Menschen war bezahlt – der Tod.

Was im Alten Testament durch den stellvertretenden Tod von Opfertieren immer wieder passierte, wurde in Jesus Christus stellvertretend ein fĂĽr allemal bezahlt.

Wenn Jesus also die Frau fragt, ob niemand sie verklagt hat und ihr anschlieĂźend sagt, dass er es auch nicht tut, dann weil er damit Gnade praktiziert.

Gnade ist die unverdiente Hinwegnahme einer eigentlich verdienten Strafe. Diese Gnade gibt es nur deshalb, weil Jesus Christus meine und deine eigentlich verdiente Strafe hinweg genommen hat, indem er sie an unserer Stelle trug.

Es fällt uns modernen Menschen schwer zu akzeptieren, dass jemand anders für uns an den Pranger gestellt wird. Wir finden das ungerecht. Und menschlich gesprochen ist es das.

Aber weil Gott wusste, dass ihm niemals irgendjemand gerecht werden könnte und so heilig leben würde, dass es seiner Heiligkeit entspräche; ist er in Jesus Christus diesen Weg auf uns zugegangen, indem er sich selbst aufopferte. Er selbst war das heilige, perfekte und sündlose Opfer, das vor Gott zu unserer Gerechtigkeit wurde. Religion ist immer der VErsuch des Menschen, Gott zu besänftigen und zu hoffen, dass er uns am Ende annimmt und gnädig ist. Das Evangelium von Jesus Christus bedeutet aber, dass Gott sich auf den Weg machte und uns in Jesus eine Brücke schlug, die wir einfach nur zu nutzen brauchen, um ewig Gemeinschaft mit Gott zu haben. Kostenlos für uns - Ihn kostete es den Tod.

Damit zeigt Gott uns seine bedingungslose Liebe. Er liebt uns nicht, weil wir vergleichsweise tolle Leute sind, sondern er liebt uns, obwohl wir ihm nicht im Geringsten gerecht werden können.

Wenn die Bibel dann sagt, dass Jesus Christus unsere Gerechtigkeit geworden ist, dann wird deutlich, dass es sich hier um ein Geschenk handelt, dass Gott uns macht. Es war ein teures Geschenk und es gibt viele Menschen, die dieses Geschenk des Ewigen Lebens, das Jesus uns macht, ablehnen, obwohl es Ausdruck seiner Liebe ist und an keine Bedingung geknĂĽpft ist.

Die Ursache der Ablehnung Jesu Christi ist auch heute noch meist Stolz: Man braucht niemanden, der einem aus der Patsche hilft; niemanden, der an unserer Stelle bestraft wird; man will sich und anderen nicht eingestehen, dass man Hilfe braucht.

Und doch macht Jesus deutlich, dass es zu ihm selbst keine Alternative gibt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, es sei denn durch mich.“ (Johannes 14,6)

Die Einladung zu einem Leben in einer persönlichen Beziehung mit Jesus ist also ausgesprochen. Er wartet sehnsüchtig auf unser: „Ja, Herr Jesus, ich will dich. Ich erkenne meine Sündhaftigkeit und dass du die Lösung bist. Komm in mein Leben, mach es neu." - Jesus will unser Caddy sein.

Dann trifft zu, was Jesus in Vers 12 verspricht: Dann trifft zu, was Jesus in Vers 12 verspricht: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht mehr in der Finsternis umherirren, sondern wird das Licht des Lebens haben."

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Karsten Gosse - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschĂĽtzt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Veröffentlicht am 15.05.2010 © Karsten Gosse
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