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Gott - starker Turm und Zuversicht - Psalm 61

"Von David, vorzusingen, beim Saitenspiel." Höre, Gott, mein Schreien und merke auf mein Gebet! Vom Ende der Erde rufe ich zu dir, denn mein Herz ist in Angst; du wollest mich fĂŒhren auf einen hohen Felsen. Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden. Lass mich wohnen in deinem Zelte ewiglich und Zuflucht haben unter deinen Fittichen. Denn du, Gott, hörst mein GelĂŒbde und gibst mir teil am Erbe derer, die deinen Namen fĂŒrchten. (Psalm 61)

Es gibt sie, die Situationen im Leben, wo uns nach SCHREIEN zu Mute ist. David hat sie gekannt: “Höre, Gott, mein Schreien“ (V.2) - (Golfer kennen das, wenn sie auf einem Par 4 mit zwei SchlĂ€gen auf dem GrĂŒn liegen und aus unerklĂ€rlichen GrĂŒnden vier Mal putten.)

Wir kennen diese Situationen sicher auch. Nirgends hat uns Gott verheißen, dass wir „problemlos“ durchs Leben kommen. Nöte, Ängste und Sorgen sind Teil des Lebens – ĂŒberall auf diesem Planeten. Ob es das unsĂ€gliche Leiden in Katastrophen ist oder der ĂŒberraschende Verlust des Arbeitsplatzes, eine zerrĂŒttete Familie oder Ehe, oder ein schwelender Konflikt mit den Nachbarn.

Persönliche Nöte lassen sich nicht einfach kategorisieren nach dem Motto „schlimm“ oder „nicht schlimm“. „Stell dich nicht so an, das wird schon wieder!“, hilft niemanden als Trost. - Jeder empfindet seine eigene Not als großen Schmerz. Da hilft das Vergleichen mit vermeintlich grĂ¶ĂŸeren Nöten anderer sehr wenig.

Davids Schreien findet im Gebet seinen Ausdruck. Im Neuen Testament drĂŒckt es Petrus mal so aus: „Alle eure Sorge WERFT (schleudert) auf IHN, denn er sorgt fĂŒr euch!“ (1. Petrus 5,7)

Mit IHN ist Jesus selbst gemeint, denn der hat gesagt: „Kommt her zu mir alle, die ihr mĂŒhselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmĂŒtig und von Herzen demĂŒtig; so werdet ihr Ruhe finden fĂŒr eure Seelen.“ (Mat 11,28f) 

David war offensichtlich in einer schwierigen Situation, denn er beschreibt sein Herz als eins, das „in Angst“ ist. Angst begleitet uns meist da, wo wir nicht wissen, wie sich die nahe oder ferne Zukunft entwickelt. Angst fĂŒhrt zu schlaflosen NĂ€chten, macht uns angreifbar, reizbar. Wir verlieren den Überblick, die Kontrolle, können die eigenen Geschicke nicht mehr wirklich lenken.

Deshalb ist der Wunsch nach Überblick und Sicherheit in Momenten der Angst sehr groß. David drĂŒckt das so aus: „Du wollest mich fĂŒhren auf einen hohen Felsen. Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden.“

Es braucht einen festen Untergrund, auf dem wir stehen können, wenn wir Nöte haben. Es braucht einen sicheren Ort, an dem wir zur Ruhe kommen und uns sammeln können. Das hilft, damit wir eine neue Perspektive gewinnen können, die uns hilft, in unseren Nöten nicht zu sehr aus den Fugen zu geraten und Entscheidungen zu treffen, die alles nur noch schlimmer machen.

David wusste, dass diese FĂ€higkeit nicht in ihm selber steckt. Im Gegensatz zu den Menschen von heute, glaubte er nicht an seine eigene Kraft und Weisheit, auch wenn er alles hatte im Leben, was man sich wĂŒnschen konnte: Reichtum, Macht, Ansehen. Er wusste: „Mein Fels ist Gott, mein Turm ist Gott. Gott ist meine Sicherheit. Er ist das ruhige Auge mitten im Sturm.“

Davids Feinde waren real. Es waren Gegner, die teilweise aus seiner eigenen Familie stammten – wie sein Sohn Absalom.  

Was sind unsere Feinde? Mag sein, dass es Menschen sind, die uns böses wollen; mag sein, dass es LebensumstÀnde sind; mag sein, dass es eine Àrztliche Diagnose ist, die uns die Luft zum Atmen nimmt. Egal, was es ist, wir tun gut daran, die Strategie eines erfahrenen Kriegers wie David zu kopieren und uns auf den starken Felsen und den starken Turm zu verlassen.

David lebt zwar in der Zeit des Alten Testaments, aber so manches, was er schrieb, hatte mit Jesus Christus zu tun, der Gottes verheißene Antwort auf die Nöte der Menschen ist.

David lebte 1000 Jahre bevor Jesus Christus geboren wurde. In manchen seiner Psalmen hat er prophetisch auf diesen Jesus hingewiesen, ohne zu wissen, wovon er schrieb. Und doch ist es im RĂŒckblick klar, dass es Jesus war, von dem er sprach (so z.B. Psalm 22):  

Ihren Rachen sperren sie gegen mich auf wie ein brĂŒllender und reißender Löwe. Ich bin ausgeschĂŒttet wie Wasser, / alle meine Knochen haben sich voneinander gelöst; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs.  Meine KrĂ€fte sind vertrocknet wie eine Scherbe, / und meine Zunge klebt mir am Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub.  Denn Hunde haben mich umgeben, / und der Bösen Rotte hat mich umringt; sie haben meine HĂ€nde und FĂŒĂŸe durchgraben.  Ich kann alle meine Knochen zĂ€hlen; sie aber schauen zu und sehen auf mich herab.  Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand.

Diese Szene schildert das Kreuz, so wie es auch Jesaja 53 tut. Jesus ist auch schon im Alten Testament das Zentrum, auf das immer wieder hingewiesen wird. Und wenn David schreibt „Lass mich wohnen in deinem Zelte ewiglich und Zuflucht haben unter deinen Fittichen“, dann deutet er hier schon an, dass es Gottes Wunsch ist, ewige Gemeinschaft mit den Menschen zu haben, die er erschaffen hat. Das drĂŒckt Johannes 3,16 aus:

„Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ – Das Wohnen „in Gottes Zelt“ ist eine Entscheidungssache. Ich muss mich entscheiden, IHM zu vertrauen.

David betet: „Denn du, Gott, hörst mein GelĂŒbde und gibst mir teil am Erbe derer, die deinen Namen fĂŒrchten.“

Das Erbe des Ewigen Lebens ist im Gegensatz zur landlĂ€ufigen Meinung etwas, das einem Erbe zu vergleichen ist, das dem Sohn oder der Tochter des Vaters zusteht. Ein KindschaftsverhĂ€ltnis zu Gott basiert allerdings auf Beziehung, in die man durch eine bewusste Entscheidung fĂŒr Jesus Christus treten kann.

Der Evangelist Johannes sagt es so: „Er, Jesus, war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. (D.h.: ließ sich nicht auf ihn ein) Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen (Entscheidung), denen gab er Macht (das Recht), Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben. (Johannes 1,12)

David drĂŒckte seine Zuversicht so aus: „
und gibst mir teil am Erbe derer, die deinen Namen fĂŒrchten (im Sinne von ehren, respektieren).“

Hier ist die eigentliche und letztliche Antwort auf alles, was uns Not ist und unser Schreien und Beten provoziert haben mag. Wer durch die Hölle geht, der darf sich mit dem Himmel trösten, vorausgesetzt, dass er Kind dieses Vaters und somit Erbe ist.

Ich erinnere mich an Zeiten in meinem Leben, wo mir der Gedanke an den Tod meiner Eltern, Freunde und von mir selbst TrĂ€nen in die Augen trieb, weil ich keine Antwort hatte auf das „Danach“. - Das habe ich dann lange durch Sport und Streben nach Erfolg verdrĂ€ngt.

Als ich irgendwann verstand, dass Jesus Christus die Antwort auf diese Angst ist, traf ich die Entscheidung, Jesus  bewusst aufzunehmen, also Christ und somit Kind Gottes zu werden. Ich hatte begriffen, dass ich genauso wenig Christ bin, weil meine Eltern zu einer Kirche gehören wie jemand zum Auto wird, weil er in einer Garage geboren wurde. Christ wird man laut der Bibel durch eine bewusste Hinwendung zu Gott. Eigentlich ist es eine Kehrtwende hin zu IHM.

VerĂ€nderungen im Leben, Charakter und Umgang mit Menschen werden durch Jesus Christus möglich. Er ist mehr als ein guter Einfluss fĂŒr uns. Der Glaube, der einen persönlichen Bezugspunkt in Jesus hat, verĂ€ndert.

Und tröstlich im Blick auf das, was uns Sorgen und Angst macht, was uns Leid bereitet, ist die Zukunftsperspektive, die ein Mensch hat, der Jesus kennt:

In der Offenbarung des Johannes 21, 3-5 steht: „Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die HĂŒtte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle TrĂ€nen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. 5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!"

Veröffentlicht am 15.04.2010 © Karsten Gosse
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