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Ich bin das Brot des Lebens - Johannes 6,35

Heute möchte ich ein paar Gedanken zu einem weiteren "Ich-bin-Wort" Jesu Ă€ußern. Ich tue das zwischen den Zeilen des Bibeltextes, in dessen Zusammenhang Jesus Christus gesagt hat: „Ich bin das Brot des Lebens“ - Johannes 6, 35

Am Anfang des 6. Kapitels wird berichtet, wie Jesus auf wundersame Weise mehrere tausend Menschen satt machte. Grundlage: 5 Brote, 2 Fische. Ein Wunder. Allerdings haben sie das spektakulĂ€re Wunder zum Anlass genommen, Jesus zu ihrem persönlichen Star zu kĂŒren. Der Mann hat was, das sich zu halten lohnt. Jesus kannte die wahren Motive und flĂŒchtete in die Einsamkeit, um der Gefahr zu entgehen, zu einem Superstar gekĂŒrt zu werden. Doch am nĂ€chsten Tag waren die Leute wieder auf der SUche nach ihm. Zeit, um Klartext zu reden.

26 Jesus entgegnete: »Ich will euch sagen, warum ihr mich sucht: Ihr sucht mich nur, weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Aber was Gott euch durch die Wunder sagen will, wollt ihr nicht verstehen.«

Jesus konfrontiert die Menschen mit ihrem tatsĂ€chlichen Motiv der Suche nach der kostenlosen Stillung ihrer GrundbedĂŒrfnisse. Gott als der, der uns Gutes tut und unsere WĂŒnsche erfĂŒllt. Dieses VerstĂ€ndnis von Gott als dem, der existiert, unsere BedĂŒrfnisse zu befriedigen, ist auch heute noch hoch im Kurs. Im Profisport brauchen manche Sportler Gott, damit es mit dem Erfolg klappt; andere brauchen Gott vor allem zum Schutz vor den alltĂ€glichen Gefahren und Krankheiten. Es geht dabei oft um uns und etwas, das wir benötigen. Um Gott selbst und eine persönliche Beziehung, ein gegenseitiges Geben und Nehmen geht es dabei selten. An Gott zu glauben, hat fĂŒr so manchen Menschen einfach nur pragmatische GrĂŒnde. Jesus durchschaute das:

27 »Statt euch nur um die vergĂ€ngliche Nahrung zu kĂŒmmern, bemĂŒht euch um die Nahrung, die Bestand hat und das ewige Leben bringt. Diese Nahrung wird euch der Menschensohn geben, denn ihn hat Gott, der Vater, als seinen BevollmĂ€chtigten bestĂ€tigt.«

Jesus sagte den Menschen damals wie heute, dass ihm diese Art von "Glaube" nicht reicht. Ihm geht es um die Frage nach dem ewigen Leben und damit nach Frieden zwischen Mensch und Gott; um die Wiederherstellung einer kaputten Beziehung. Gemeinschaft und Versöhnung von Gott und Mensch -  das zu erreichen; dazu ist er gekommen. Das war sein Auftrag, seine PrioritÀt.

28 Da fragten sie ihn: »Was fĂŒr Dinge mĂŒssen wir denn tun, um Gottes Willen zu erfĂŒllen?«

Die Frage nach dem „Was muss ich tun bzw. leisten?“ ist auch heute noch aktuell. Und viele definieren Religion ja auch so: "Ich leiste; verdiene mir meine Anerkennung bei Gott und der wird dann schon mit mir zufrieden sein und mir - falls es ewiges Leben gibt - Einlass zum ewigen Leben gewĂ€hren." In der Konsequenz heißt das, dass der Mensch dann auf sich und seine Leistung verweisen könnte und Gott keine andere Wahl bliebe, als dem Menschen zuzugestehen: „So toll wie du bist, kann ich gar nicht anders, als dir ewiges Leben zu gewĂ€hren.“ – Jesus sieht das anders; die ganze Bibel sieht das anders. Allein die Bibelstelle aus Epheser 2,8-9 widerspricht dieser falschen Vorstellung des Menschen. Dort steht: "Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rĂŒhme." Damit zeigt Gottes Wort all denen die Grenze auf, die hoffen, dass sie Gott durch ihre Leistung, Werke oder religiösen Praktiken beeindrucken können. Gott lĂ€sst keine SelbstbeweihrĂ€ucherung zu und erteilt allem Berufen auf die eigenen guten Taten eine Absage. Er teilt seine Ehre nicht. Er war es, der alles getan hat, um dem Menschen ewiges Leben und Errettung zu schenken - in Jesus eben. Letzterer macht das in unserem Bibeltext klar.

29 Jesus antwortete: »Gottes Wille wird dadurch erfĂŒllt, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.«

Er will uns Menschen sagen, dass es um Glauben und um Vertrauen in das geht, was er fĂŒr uns bewirkt. Es geht nicht um das, was wir bewirken, damit Gott beeindruckt ist. Wir Menschen haben das Christentum verfĂ€lscht, indem wir daraus etwas gemacht haben, das versucht uns von außen zu verĂ€ndern und zu besseren Menschen zu machen. Schlimmer noch: Die Kirchen haben es geschafft, den Menschen zu suggerieren, dass sie von ihr als Insitution abhĂ€ngig sind und nicht von Jesus. Allein der Gedanke, dass Kirchen oder Sekten beanspruchen allein selig zu machen, ist ein Afront gegen den, der das fĂŒr sich behauptet - Jesus. Und wir glauben, dass - wenn wir nur alle Regeln und Erwartungen erfĂŒllen, die man uns predigt - das die Lösung der Ewigkeitsfrage sei. Nicht Leistung ist die Lösung, sondern Glaube. Wenn wir dennoch darauf bestehen, dass unsere ewige Zukunft an dem hĂ€ngt, was wir leisten, mĂŒssen wir unsere Leistung am Standard Gottes messen lassen. Dieser ist in seiner Person verankert: Heiligkeit, Perfektion und Unfehlbarkeit. Kein Mensch kann das leisten. Nur einem ist es gelungen - Jesus. Und dessen perfektes und makelloses Opfer hat Gott zufrieden gestellt. Wegen diesem kann der Mensch mit Gott Gemeinschaft haben, wenn er - wie Jesus das hier sagt - an "IHN glaubt, den Gott gesandt hat."

Eigentlich gar nicht so kompliziert. Ein tolles Angebot, wenn jemand anders die Rechnung begleicht, die wir hĂ€tten zahlen mĂŒssen und an unserer Stelle stirbt. Was wollten die Menschen damals stattdessen? Nicht Jesus selbst, sondern einen Beweis, dass der Anspruch Jesu, Gottes Sohn und Erlöser zu sein, rechtens ist. Also fordern sie ein Wunder. Und das, obwohl sie am Tag zuvor gerade eines gesehen haben.

30 Doch nun sagten sie: »Wenn wir dir glauben sollen, ÂŽdass du von Gott gesandt bist,` dann lass uns ein Wunder sehen, das es uns beweist. Wo bleibt dieser Beweis? 31 Damals in der WĂŒste haben unsere Vorfahren Manna gegessen, wie es ja auch in der Schrift heißt: â€șBrot vom Himmel gab er ihnen zu essen.â€č «

Wer wĂŒnscht sich das nicht? Beweise, dass Gott tatsĂ€chlich existiert. Wenn es doch nur Beweise gĂ€be, wĂŒrden wir Menschen schon glauben. Nein, Beweise gibt es fĂŒr den denkenden Menschen genug. Aber es ist bequemer Gott weg zu erklĂ€ren, denn dann wird die Sache mit Ihm, Jesus und dem Glauben auch nicht verbindlich. WĂŒrde Gott aber wirklich existieren und hĂ€tte die Bibel recht, dann mĂŒsste ich mich ja auf eine Beziehung zu diesem Gott einlassen und beginnen, ihn und sein Wort ernst zu nehmen. Weil das Gottesbild des Menschen - auch durch die sogenannte christliche Religion - aber derart entstellt wurde, fĂŒrchten wir Gott als den, der uns einengt, uns den Spaß am Leben raubt, als strenger Vater ĂŒber uns wacht und uns straft. Das brauchen wir aber nicht, denn ein Leben im Frust kriegen wir auch ohne Gottes Hilfe hin. Schade nur, dass das nicht das Bild ist, das die Bibel von Gott zeichnet.

Obwohl Menschen wissen oder ahnen, dass Gott existiert und er sich ihnen nĂ€hern möchte, weichen sie ihm aus. Sie haben keine Lust, eine verbindliche Beziehung zu ihm einzugehen, weil sie ihm im Grunde nicht trauen. Die Angst in die Pfanne gehauen zu werden, ist zu groß. Da helfen keine Wunder, keine kostenlosen Angebote. Da verlĂ€sst sich der Mensch lieber auf seine eigene Leistung und das Leben in eigener Regie statt sich einem Christentum anzuschließen, das anderartiger als Jesus selbst nicht sein könnte. Das ist der große Fehler des Menschen: Er macht seine Abneigung an dem fest, was er wahrnimmt an denen wo zwar Christ drauf steht, aber nicht unbedingt auch Christus drin steckt.

32 Jesus erwiderte: »Ich sage euch: Das Brot vom Himmel hat euch nicht Mose gegeben; es ist mein Vater, der euch das wahre Brot vom Himmel gibt.33 Denn das Brot, das Gott gibt, ist der, der vom Himmel herabkommt und der Welt das Leben schenkt.«

Jesus versucht es nochmals in einem Bild zu erklÀren und macht deutlich, dass Gott es war, der die Lösung schenkt und der es auch heute noch tut, indem er den Menschen das absolut Lebensnotwendige gibt: das Brot - d.h. Jesus Christus.

34 »Herr«, sagten sie da zu ihm, »gib uns immer von diesem Brot!«

Aha, sie fangen an zu begreifen, stĂŒckweise. Dennoch ist das vorherrschende Motiv immer noch das Sehnen nach der Abwesenheit von Armut und Hunger sowie das vermeintlich sorgenfreie Leben im Wohlstand. Jesus lĂ€sst sich darauf nicht ein und sagt es ganz unzweifelhaft und deutlich, wenn auch im Bild gesprochen: Es geht um mich, nicht um Maisbrot.

35 Jesus antwortete: »Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Okay. Hier haben wir den Höhepunkt des Berichts. Jesus sagt mit anderen Worten: "Ihr wollt ein exklusives Angebot zur Lebensrettung und Lebensgestaltung, inklusive allem und noch mehr? – BITTE NEHMT MICH, denn etwas anderes gibt es nicht. Ich stille Hunger und Durst, der jenseits dessen liegt, was ihr sucht. Ich stille euren Wunsch nach Lebenssinn, antworte euch auf die Sehnsucht nach Ewigkeitsgarantie. Denn auch mit vollem Magen und vollen Geldbeuteln werden eure seelisches BedĂŒrfnisse nur gestillt, wenn ihr Frieden mit Gott habt; ewiges Leben geschenkt bekommt. – Das geht nun einmal nur durch mich."

Das wird Jesus in einem anderen Ich-bin-Wort nochmals sehr "intolerant" unterstreichen, wenn er sagt: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das (ewige) Leben. Niemand kommt zum Vater, es sei denn durch mich." (Joh 14,6) - Nicht so leicht, das in einer Zeit zu sagen, in der die Menschen glauben, dass alle Wege irgendwie zum ewigen Leben fĂŒhren. Zum GlĂŒck kann man mir als Autor dieser Predigt-Gedanken nicht den Vorwurf machen, ich hĂ€tte das gesagt. Wie sollte ich auch. Aber ich sage es ganz deutlich: "Ich glaube Jesus das."

Jesus redet ja in unserem Text immer noch mit den Menschen, deren BĂ€uche er tagszuvor gefĂŒllt hat und sagt: 36 Aber es ist, wie ich euch schon gesagt habe: Trotz allem, was ihr von mir gesehen habt, glaubt ihr nicht.

Och Mann. Jesus muss du so nĂŒchtern und sachlich und geradeaus sein?Ja, muss er. Heute wĂ€re er es mehr denn je. Im Zeitalter der Wissenschaft nimmt die Zahl derer zu, die lautstark Wert darauf legen sagen zu wollen, dass sie nicht an Gott glauben. Die Versuche, Gott wegerklĂ€ren zu wollen, nehmen zu. Ist okay, denn es bleibt die freie Entscheidung des Menschen, ob er Jesus glauben will oder nicht. Der freie Wille des Menschen ist der Beweis schlechthin, der deutlich macht, dass Gott uns liebt. Denn Liebe kann man nicht erzwingen. Die Liebe Gottes braucht eine freiwillige Antwort des Menschen. Wer antwortet gehört zum Kreis derer, die Gott dem Sohn anvertraut. Wer den SOhn Gottes sieht, ihm glaubt (sich ihm anvertraut), der hat das ewige Leben sagt Jesus selbst:

37 Alle, die der Vater mir gibt, werden zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausweisen. 38 Denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um das zu tun, was ich selber will, sondern um den Willen dessen zu erfĂŒllen, der mich gesandt hat. 39 Und der Wille dessen, der mich gesandt hat, ist, dass ich von all denen, die er mir gegeben hat, niemand verloren gehen lasse, sondern dass ich sie an jenem letzten Tag vom Tod auferwecke. 40 Ja, es ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben hat; und an jenem letzten Tag werde ich ihn auferwecken.«

In anderen Worten sagt Jesus nochmals: "Ich kann und werde euch nicht zwingen, mir zu glauben. Aber ihr sollt wissen, dass mein Vater im Himmel sich danach sehnt, mit euch Frieden zu schließen und Gemeinschaft zu haben. Er setzt alles dran, euch davon zu ĂŒberzeugen, ihm zu vertrauen und zu glauben und das Geschenk der Erlösung in meiner Person anzunehmen. Es sind weder meine Predigt noch meine Wunder, die euch ĂŒberzeugen werden, sondern einzig und allein das Ziehen und Umwerben eines liebenden Schöpfergottes, der sich danach sehnt, dass seine Geschöpfe endlich zu seinen Kindern werden. Aber Geschenke nimmt man entweder an, oder man lĂ€sst es bleiben."

41 Die Juden waren empört darĂŒber, dass Jesus gesagt hatte: »Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.« 42 »Ist das nicht Jesus, der Sohn von Josef?«, sagten sie. »Wir kennen doch seinen Vater und seine Mutter! Wie kann er da behaupten, er sei vom Himmel herabgekommen?«

Jesus ein Skandal. Damals wie heute. Spiegelleser wissen mehr. Richard Dawkins Leser ebenfalls. Intelligente Menschen, die anderen intelligenten Menschen auszureden versuchen, dass ihr Glaube an die Existenz Gottes weniger Sinn macht als deren Glauben an die Nicht-Existenz. Ich halte dagegen. Aus tiefster Überzeugung und aus eigenem Erleben. Ich persönlich glaube, dass es auf der Hand liegt, dass mehr Argumente fĂŒr die Existenz eines Gottes sprechen als andersherum. Aber dieses Thema wird nicht durch Argumente oder Wunder geklĂ€rt.  Ich muss ich akzeptieren, dass Freunde und Familienangehörige anders entscheiden als ich. Ich habe mein Geschenk des ewigen Lebens und der persönlichen Beziehung zu Jesus nie bereut. Ich will die Befreiung aus ZwĂ€ngen, Ängsten und v.a. mehr, dieses aufregende Leben nicht mehr missen, weil ich den Unterschied von einem Leben ohne und mit Jesus nur zu gut kenne. Diese Art von klarem Glaubensbekenntnis finden viele empörend. Ja, an Jesus scheiden sich die Geister.

43 »Warum seid ihr so empört?«, sagte Jesus zu ihnen. »Hört auf, so zu reden!

Und selbst solche, die ihm anscheinend "nachgefolgt" sind - sogenannte JĂŒnger kriegen die Krise und kehren Jesus wider besseres Wissen den RĂŒcken zu. Entscheidungen. Darum geht's.

60 Empört sagten viele seiner JĂŒnger: »Was er da redet, ist eine Zumutung! Wie kann man von jemand verlangen, sich so etwas anzuhören?«

Jesus fordert uns heraus, Stellung zu beziehen. Als einige andere und ich unseren Weg mit Jesus begonnen haben, haben wir in einem Gebet zu ihm so oder Ă€hnlich gesagt: "Herr Jesus, mein Bild von dir und deinem Vater, hat nicht dem entsprochen, was die Bibel ĂŒber dich sagt. Es war geprĂ€gt von flaschen EindrĂŒcken, Fehlinformationen und dem Glauben daran, dass ich meine Zukunft - auch ĂŒber den Tod hinaus - selbst in der Hand habe. Ich habe mich geirrt und möchte dich bitten, in mein Leben zu kommen. Mach du es neu. FĂŒll du es mit Sinn. Ich will das Geschenk der Vergebung meiner Schuld annehmen und danke dir, dass du am Kreuz auf Golgatha meine Schuld auf dich genommen hast. So hast du Frieden gemacht zwischen Gott und mir. Von heute an möchte ich unter deiner Regie leben und mich nicht mehr auf mich verlassen oder auf meine religiösen BemĂŒhungen. Allein deine Gnade genĂŒgt."

Auf dieses Gebet besteht kein Copyright. Es kann - so oder Àhnlich - der Beginn eines neuen, sehr aufregenden Lebens sein. Herzliche Einladung, es zu versuchen.

Veröffentlicht am 30.05.2011 © Karsten Gosse
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