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Multikulti kann bereichernd sein

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Lange leben wir ja noch nicht unserem Wohngebiet, aber die fast 3 Jahre reichen fĂŒr einen guten Eindruck. Wir leben gerne dort. Ab und zu hören wir allerdings negative Bemerkungen von einigen naserĂŒmpfenden Zeitgenossen, dass unser Wohngebiet wohl eher ein tĂŒrkisches oder russisches Viertel sei. „Da wĂŒrde ich nicht hinziehen!“, heißt es dann. „Selber schuld!“ denke ich mir.

Neben der unmittelbaren NĂ€he zu Schulen und GeschĂ€ften, ist es vor allem das farbenfrohe Miteinander, das uns als Familie gut gefĂ€llt. Das spiegelt sich nicht nur in der unglaublichen Farbenvielfalt der HĂ€useranstriche wider, sondern auch darin, dass unsere Nachbarn in nicht wegsehen, wenn man vorbei geht, sondern freundlich grĂŒĂŸen.
Wenn mein tĂŒrkischer Nachbar mit seiner Familie auf seiner Terrasse sitzt, kommen wir öfter mal ins GesprĂ€ch. Die Einladung zum Tee folgt unmittelbar. Mit dem Jungen einer anderen tĂŒrkischen Familie fĂ€hrt unser Sohn tĂ€glich gemeinsam in die Schule – richtig gute Freunde sind sie geworden. Zu einer tĂŒrkischen Geburtstagsfeier war meine Frau auch schon eingeladen. Eine gute Gelegenheit, tĂŒrkische Gastfreundschaft, Kultur, Sprache und Leckereien kennen zu lernen.

Lernen ist ein gutes Stichwort. Lernen kann ich von meinen tĂŒrkischen und russischen Nachbarn allemal, denn offensichtlich ist ihnen Familie wichtig – inklusive Omas, Opas, Tanten und Onkel. Ja, andere Kulturen leben in ihren Familien noch, was vielen von uns Deutschen schon verloren gegangen ist, weil uns das „Ich“ wichtiger geworden ist als das „Wir“.

Bei aller Diskussion um die Schwierigkeiten, die Multikulti beinhaltet, erlebe ich Hirtenwiesen als eine gute multikulturelle Mischung des gegenseitigen Respekts und Miteinanders. Mir tun die leid, die sich dauernd abgrenzen und glauben mit ablehnenden, stereotypen Aussagen ĂŒber AuslĂ€nder, etwas zur Diskussion beizutragen.
 

Gleichzeitig wollen sie aber weder auf Gyros, Kebab, FrĂŒhlingsrollen oder italienisches Eis verzichten. Letzteres wird ihnen – ohne dass sie es ahnen – meist von sympathischen Brasilianern serviert.

FĂŒr mich grenzt das, was man teilweise an Bemerkungen hört, an Verleumdung. Vielleicht wĂ€re es gut, wir wĂŒrden uns mal die MĂŒhe machen, unsere auslĂ€ndischen MitbĂŒrger besser kennen zu lernen. Ja, ich moralisiere. Aber nicht ohne Grund.

Die zwölf Jahre, die wir als Familie AuslÀnder in Portugal waren, möchte ich nicht missen. Wir haben viel von unseren portugiesischen Freunden gelernt. Diese Jahre haben uns immens und nachhaltig geprÀgt. Portugal - das ist auch unser Zuhause geworden. Und es war eine gute Erfahrung, AuslÀnder zu sein.

WĂ€re doch echt klasse, wenn meine auslĂ€ndischen Nachbarn zum gleichen Ergebnis kĂ€men. Das Vorbild schlechthin in Sachen Wertevermittlung, Jesus Christus, wĂŒrde meine auslĂ€ndischen Nachbarn jedenfalls von Herzen willkommen heißen. Kein Wunder, möchte er doch gerne der Gute Hirte aller Menschen sein, nicht nur von uns in den sogenannten Hirtenwiesen von Crailsheim.

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Veröffentlicht am 20.04.2009 © Karsten Gosse
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