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Miteinander oder Gegeneinander?

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Man kann sich seine Kollegen ja nicht aussuchen. - Sie wissen das.

Unsere Kollegen konnten sich in der Regel natĂŒrlich auch nicht wirklich aussuchen, mit uns arbeiten zu mĂŒssen. – Das wiederum ignorieren wir gerne.

Sei’s drum: Ich persönlich kann mich eigentlich wirklich nicht beklagen. Unser Team könnte bunter und vielfĂ€ltiger nicht sein. Unterschiede stellen uns aber auch immer wieder vor Herausforderungen. Manchmal ist es nur der unterschiedliche Dialekt.

Auch wenn ich eigentlich keinen Grund zur Klage habe, beklage ich mich dennoch manchmal. Und – ja – auch ich gebe meinen Kollegen Anlass zur Klage. Ich bin nicht perfekt, mache Fehler, verletzte GefĂŒhle. Irgendwie ist das Miteinader ein gegenseitiges Geben und Nehmen von Gutem und nicht ganz so Gutem. Wo man zusammen arbeitet, da entsteht Reibung. Es gibt MissverstĂ€ndnisse, Diskussionen, dicke Luft. Leider neigen wir Menschen dann doch meist dazu, nur die negativen Dinge am anderen zu sehen und hervorzuheben.

Aber nicht alles ist schlecht. In so manchem Kollegen – manchmal sogar beim Vorgesetzten - findet sich die ergĂ€nzende Idee, Korrektur, ein motivierendes Lob, Annerkennung usw. Das alles ist so wichtig fĂŒr ein gutes Miteinader. – Hand aufs Herz: Ohne die anderen wĂ€re vieles von dem, was wir leisten gar nicht so gut und ausgereift. Wenn alle ihre StĂ€rken zusammen in den Pool werfen, dann kommt ein ansehnliches Ergebnis zustande. Und wenn wir ehrlich sind, können wir uns des Ergebnisses nur rĂŒhmen, wenn wir eingestehen, dass es ohne die gemeinsame Anstrengung und die hilfreichen Ideen anderer ĂŒberhaupt nicht so gut geworden wĂ€re.

Miteinander gibt es natĂŒrlich nicht nur mit Blick auf das Berufsleben. Eben Gesagtes gilt fĂŒr die Ehe, die Familie, den Mannschaftssport usw. Miteinander geht fast alles besser und nur ein Narr wĂŒrde das gĂ€nzlich bestreiten. UnzĂ€hlige Beispiele aus der Geschichte und Gegenwart ließen sich anfĂŒhren, um das zu belegen.
Allerdings ist dieses ganze Nachdenken ĂŒber das Miteinander gĂ€nzlich nutzlos, wenn die, die miteinander arbeiten, kein gemeinsames Ziel verfolgen. Das sprichwörtliche „gemeinsame an einem Strang ziehen“ macht auch nur so Sinn.
 

Aus diesem Grund haben wir in unserem Kollegium damals ein paar grundsĂ€tzliche Ziele entwickelt, auf die wir gemeinsam hin arbeiten. An diese Ziele erinnern wir uns gegenseitig, geben einander Rechenschaft und können so besser Kurs halten. Das gilt in unserer AusbildungsstĂ€tte ĂŒbrigens fĂŒr alle Mitarbeiter. Von der Hauswirtschaft, ĂŒbers Sekretariat, die Dozenten bis hin zur Schul- und GeschĂ€ftsleitung.

Nur, wenn wir es lernen, die StĂ€rken aller Beteiligten zu schĂ€tzen und sie zu nutzen, werden wir unseren Job erfolgreich machen. Wenn wir es vorziehen, die vorhandenen SchwĂ€chen stĂ€rker zu betonen als alles andere, schneiden wir uns ins eigene Fleisch. Wir demotivieren uns, berauben uns der KreativitĂ€t und des freiwilligen Engagements auch mal ĂŒber das hinaus zu schaffen, was man eh von uns erwartet.
Wie wĂ€re es, wenn wir die Zeit nutzen, um Anerkennung und Lob zu verteilen und stĂ€rker auf die positiven Seiten anderer zu sehen, anstatt – laut oder leise – nur das hervorzukehren, was wir nicht gut finden.

Ein biblische Weisheit, die sich auf vieles – vor allem aber auf unser Miteinander - anwenden lĂ€sst, lautet: „Was der Mensch sĂ€t, das wird er ernten!“

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Veröffentlicht am 21.04.2009 © Karsten Gosse
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