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Von den Wildgänsen lernen

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Wildgänse sind ausdauernde Flieger, sehr gute Schwimmer, pflegen die Einehe, ernähren sich auf pflanzlicher Basis. Außerdem sind sie sehr robust und geben sich mit wenig zufrieden. In Sachen Selbstschutz sind sie top. Zu Brutzeiten, wenn auch Gänse schwach und angreifbar sind, ist der Zusammenhalt der Gemeinschaft besonders stark und wer in die Nähe der Gelege will, sollte sich dick anziehen. Gänse trotzen dem Individualismus.

600 bis 800 km können Wildgänse auf dem Weg zu ihren Winterrastplätzen zurücklegen – und zwar pro Tag. Von Island bis Schottland fliegen sie beispielsweise über das Meer - ohne eine Pause einzulegen. Wie? Im berühmten Formationsflug.

So sparen sie Energie, denn ihr Herz darf nicht zu schnell schlagen. Der Flug muss ruhig und ausgewogen sein. Alles was stört, erhöht den Energiebedarf und damit das Risiko, dass ihnen der „Sprit“ ausgeht und sie abstürzen

Aerodynamik in der Formation ist das Geheimnis. Wer hinten fliegt, spart Energie; das Leittier fliegt vorne und muss kräftig sein; es gibt den Takt vor und navigiert.

Vorne fliegen - also Verantwortung ĂĽbernehmen - bedeutet in der Regel auch den meisten Widerstand zu erfahren. Aber ohne Menschen, die Verantwortung ĂĽbernehmen, geht auch im richtigen Leben nichts.

Jede Formation braucht mehrere solcher erfahrener Leittiere, die sich im Abstand von fünf bis zehn Minuten abwechseln müssen, um nicht völlig zu entkräften.

Ermüdet das Leittier an der Spitze, sendet es den nachfolgenden Leittieren ein Zeichen, - meist einen Ruf - mit dem es die notwendige Ablöse signalisiert.

Gänse kennen anscheinend keinen falschen Stolz. – Sie wissen, dass sie das team benötigen. Einer alleine kann auf Dauer auch nicht alles reißen.

Das nächste Leittier setzt sich also an die Spitze der Formation. Das ermüdete Tier zieht sich in den hinteren Teil der Formation zurück, wo es wieder neue Kraft tankt. Wer längere Zeit in der ruhigen Zone geflogen ist, zieht wieder nach vorne und leistet für einige Zeit wieder Schwerstarbeit.

Auszeiten sind Gold wert, wenn man am Ende der Kräfte angelangt ist. Das biblische Prinzip eines freien Tags in der Woche ist wertvoll, nicht nur, wenn man viel Verantwortung trägt und einen stressigen Job hat. Das gilt für Mütter genauso wie für Firmenchefs.

Kann eines der Tiere in der Gruppe ĂĽbrigens nicht mehr mithalten, lösen sich zwei Gänse aus dem Formationsverband und begleiten es zu Boden, um ihm zu helfen und es zu beschĂĽtzen. Dort bleiben sie so lange bei dem schwachen Tier, bis es entweder wieder  weiter fliegen kann oder stirbt. – RĂĽcksicht, Pflege und Begleitung – die Gänse machen es uns vor.

Wenn alle Tiere einer Gänseformation unbeschadet ihr Ziel erreichen, dann liegt das vor allem in ihrem unglaublichen, selbstlosen Gemeinschaftsdenken begründet. Und von Gottes Schöpfung können wir viel lernen:

- Würden Menschen, die das gleiche Ziel ansteuern, sich ebenso unterstützen wie es die Gänse tun, dann könnten sie dieses Ziel viel leichter und schneller erreichen.

- Würden sich Menschen bei anstrengenden Aufgaben ebenso abwechseln, wie es die Gänse tun, dann würden diese Aufgaben viel leichter erfüllt werden können. Weniger würden ausbrennen, krank werden oder gar aufgeben.

Die Bibel sagt in Philipper 2: „Macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das Eine bedacht seid. Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen. Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war.“

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Veröffentlicht am 21.04.2009 © Karsten Gosse
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