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Jesus als Caddie

Ein paar Gedanken, etwas von mir ausgeschmückt, aus einer Einladung zu einem zweitägigen On-the-Course-Workshop, für den man 1.700 Euro zahlt:

Golf ist schön, denn es erfordert Eigenständigkeit, Selbstgenügsamkeit und Selbstwahrnehmung oder eine Art Selbstgefühl und Selbsterkenntnis. Du kannst auf der Runde kein Timeout nehmen wie im Basketball oder dich auswechseln lassen, wenn du müde wirst. Du musst tun, was du tun kannst und mit dem leben, was dir in jedem Moment auf der Runde zur Verfügung steht.

Der allerbeste Weg zu lernen, ein besserer Golfer zu werden - ist die Golfrunde selbst. Wenn wir unseren Fuß auf den ersten Abschlag setzen, können wir nichts mehr verändern: Unsere Fitness, unsere technischen Fähigkeiten und unsere Ausrüstung sind, was sie sind. Wir müssen von Tee 1 an mit dem spielen und klarkommen, was wir haben und – vor allem – mit dem, wer wir sind.

Die einzige Option, die wir an Tee 1 und in den folgenden Stunden haben, ist, zu verstehen und zu akzeptieren, dass unser Spiel variiert – es ist jeden Tag anders. Deshalb bleibt uns nur, zu lernen, uns auf der Runde selbst zu managen: physisch, mental und emotional.

Ja, das ist es, was Golf ausmacht. Und keiner von uns, der hier sitzt und das hört, weiß in diesem Moment, wie der heutige Turnier-Tag laufen wird. Wir mögen Wünsche und Erwartungen haben, aber eine Ahnung von dem, was uns da draußen heute erwartet, hat keiner von uns. Es ist da draußen auf der Runde so wie bei einem einsamem Segeltörn auf dem Meer; es kann – was wir nicht hoffen – ein durchaus auch stürmischer Törn werden. Wir wissen es nicht.

Wenn da draußen ein Schlag nicht gelingt und wir laut „Schei…“ sagen oder so und unserem Ärger irgendwie Luft machen, dann machen wir uns eigentlich lächerlich. - Warum?

Wer sich derartig ärgert, erweckt den Eindruck, als könne er golfen. Und „Ich kann’s!“ ist nicht nur der kürzeste Golfwitz, sondern bleibt zeitlebens auch die unverschämteste Lüge, mit der man sich noch dazu der Lächerlichkeit preisgeben würde. Jeder, der Golf spielt, weiß: Niemand kann’s. Selbst Rory hat am Samstag den Cut verpasst. ;-)

Persönlich – mit einem Hcp von fast wieder 14 - habe neulich mit einem jungen Mann in einem Flight gespielt, der hatte Hcp +0,9. Er hatte Hacker und Slices auf der Runde, die meinen in nichts nachstanden. Allerdings nicht so oft wie ich. Aber sie waren da. Hätte ich ihn anschließend gefragt, ob er golfen kann, dann hätte er mich wahrscheinlich doof angeguckt und gesagt. „Du hast doch gesehen, was für einen Murks ich gespielt habe.“

Das waren am Ende zwar nur 5 über Par, aber das ist egal. Es gibt im Golf keine Perfektion, deshalb tun wir gut daran, aufzuhören, uns über das Ergebnis eines Schlags oder Putts zu ärgern. Sie sind Teil des Spiels. An manchen Tagen mehr, an anderen weniger. Wir können auf unserem Niveau nicht erwarten, dass wir fehlerlos spielen.

Das alles erinnert mich irgendwie an das Leben.

Was kommt und passiert, wissen wir nicht. Selbst die Tatsache, dass wir von jetzt auf gleich tot umfallen könnten, ist eine Realität. Beeinflussen können wir das, was in der Zukunft liegt, nur selten. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass wir uns nur allzu oft einbilden, dass wir die Dinge kontrollieren.

Als Golfer sollten wir es besser wissen. Wir kontrollieren gar nichts und schon gar nicht konstant. Weder im Golf, noch im Leben – wo wir teilweise noch öfter scheitern als im Golf.

Vielleicht sagte Jesus deshalb mal: Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“ (Im Rahmen der Bergpredigt, Matth. 6,34, sagte er das und Golf gab’s noch nicht, obwohl man den Eindruck hat, er hatte uns Golfer schon im Blick.)

Wenn in einem Bibeltext ein DARUM steht, muss man nach dem Warum fragen. Die Verse davor geben uns Aufschluss:

Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben auch nur um eine einzige Stunde verlängern? 28Und warum macht ihr euch Sorgen um eure Kleidung? Seht euch die Lilien auf dem Feld an und lernt von ihnen! Sie wachsen, ohne sich abzumühen und ohne zu spinnen ´und zu weben`. 29Und doch sage ich euch: Sogar (König) Salomo in all seiner Pracht war nicht so schön gekleidet wie eine von ihnen.

30Wenn Gott die Feldblumen, die heute blühen und morgen ins Feuer geworfen werden, so herrlich kleidet, wird er sich dann nicht erst recht um euch kümmern, ihr Kleingläubigen? 31Macht euch also keine Sorgen! Fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? 32Denn um diese Dinge geht es den Heiden, ´die Gott nicht kennen`. Euer Vater im Himmel aber weiß, dass ihr das alles braucht. 33 Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben.

34Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag! Der nächste Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last mit sich bringt.«

Besser geht’s mit Caddie

Jesus hat sich in diesen Versen an Menschen gerichtet, die an Gott glauben, aber immer wieder Gefahr liefen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. „Ihr Kleingläubigen!“ heißt so viel wie:

„Warum vertraut ihr nicht einfach mir; lasst euer Leben von mir gestalten und führen?“

Für uns Golfer: Jesus hat hier auf die Bedeutung hingewiesen, die er als Caddie in unserem Leben haben könnte!

Gehören wir zu den im Text genannten „Heiden“, Menschen also, die ihr Leben ohne die persönliche Beziehung zu Jesus leben und gestalten wollen, ist uns vielleicht egal, worauf Jesus hinaus will. Gehören wir aber zu denen, die sich entschieden haben, niemals ohne den Glauben an Gott, den Schöpfer und seinen Sohn Jesus, durchs Leben zu gehen, kann uns das nicht egal sein.

Ich persönlich gehöre zu denen, die sich eingestehen, dass sie diesen Jesus brauchen. Seine Vergebung, seine Gnade und Barmherzigkeit, aber auch seinen Rat und seine Führung. Nicht nur wenn ich in meinem Alltag bildlich gesprochen auf dem Fairway oder Grün liege, sondern vor allem auch in den Zeiten, wo ich im Bunker, im Rough, im Wasserhindernis oder gar im Aus liege. Ich brauche Jesus und den Glauben nicht nur bei Sonnenschein und Windstille, sondern auch im Regen und bei Links-Course-Verhältnissen. Ich wäre ein Narr, wenn ich auf den Beistand meines Caddies verzichten würde.

Ich bekenne…

Mein Golf ist bisweilen unterirdisch.

Ich neige immer wieder dazu, mich nach Runden mit „hätte, könnte und wäre“ zu entschuldigen. Ich versuche den Eindruck zu erwecken, als wäre ich eigentlich jemand, der – wenn alles gut läuft – sein Geld mit Golf verdienen könnte.

Ich bekenne, dass diese Neigungen in beeindruckender Art und Weise widerspiegeln, wie ich als Mensch gestrickt war: Als jemand, der meinte, sein Leben und seine Zukunft selbst bestimmen zu können. Jemand der glaubte, Gott und die Ewigkeit seinen bestenfalls etwas, an das man an Weihnachten und vielleicht an Ostern denken müsste.

Aber ich habe erkannt, dass ich Erlösung benötige, weil ich nicht so gut bin, wie ich glaubte zu sein.

Ich habe erkannt, dass die Ewigkeit und echte Erfüllung im Hier und Jetzt nicht von dem abhängt, was ich vorweisen kann an guten Taten oder Erfolg, sondern einzig und allein von dem, was Jesus Christus am Kreuz an meiner Stelle geopfert hat.

Aus diesem Grund habe ich ihm eingestanden, dass ich ohne ihn weder ewig, noch im Hier und Jetzt leben kann und will. Ich habe die sehr bewusste Entscheidung getroffen, Jesus zu meinem Kapitän für alle Segeltörns und zum Caddie für alle Golfrunden meines Lebens zu machen.

Ich habe ihn gebeten mir zu vergeben: meine Schuld, meinen Egoismus und die falschen Ziele, für die ich gelebt habe. Ich habe angefangen, nach seinem Reich zu trachten; seine Werte und Maßstäbe zu verinnerlichen in Beruf, Ehe und Familie und bei der Ausübung meines leidenschaftlichen Hobbies.

IHM zu folgen und ihm zu vertrauen ist die absolute Maxime in meinem Leben: Auf den Fairways und Grüns, aber auch im Rough und Bunker.

Wollen wir ein lebenswertes Leben leben, kommen wir an Jesus nicht vorbei.

Die Frage stellt sich: Was macht unseren eigentlichen Kern als Golfer aus? – Was ist unsere golferische Identität? Ist es Ehrgeiz, das Streben nach Perfektion, Zorn/Ärger über missglückte Schläge, Genuss, unser Handicap und Score, …?

Im Golfen geht es gar nicht so sehr um Perfektion, sondern vor allem auch um Vertrauen. Vertrauen, dass ein Schlag gelingen kann, weil wir ihn geübt haben, z.B. Im Leben geht es auch um Vertrauen, allerdings nicht so sehr in unsere Identität, die sich über Leistung oder Geleistetes definiert, sondern um eine Identität, die sich in Jesus Christus gründet und auf dem, das er an unserer Stelle geleistet hat. Golf mein Hobby. Sportpastor ist mein Beruf. Karsten ist mein Vorname. Aber Jesus ist mein Leben – Warum?

Der Glaube an Jesus und die Annahme seiner Vergebung, die er am Kreuz für mich bewirkte, ist alles, was es braucht, um ein wirklich erfülltes Leben zu leben und die Garantie auf das Ewige Leben zu haben. Der, der gesagt hat „Wer den Sohn hat, der hat das Leben!“ hat mit seiner Leistung und seinem Opfer am Kreuz auf Golgatha alles das erreicht, was ich nie erreichen kann: Perfektion. Sein Opfer hat mich in Gottes Augen perfekt und annehmbar gemacht!

Mein Tipp: Kommuniziere mit diesem Jesus. Wir müssen dafür nicht in eine Kirche oder an einen sakralen Ort gehen, auch wenn das nicht schadet. Er hört uns überall. Und er spricht zu uns. Das kann man erfahren, wenn man zum Beispiel mal das Neue Testament aufschlägt und die Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes liest. Warum nicht? Wir lesen ja auch sonst so einiges…

Veröffentlicht am 26.05.2015 © Karsten Gosse
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