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Vom 4er Eisen und Course Management

Wir kennen das: Da steht man über dem Ball, das Ziel wird anvisiert und eigentlich weiß man, dass man sich gerade zu viel zutraut.

„Wenn ich den Ball gut treffe, fliegt er mit einem leichten Draw 180 Meter und liegt tot am Stock. Ich liebe mein 4er-Eisen.“

Eine der großen Herausforderungen beim Golf ist es doch, sich selbst im Griff zu haben, seine Grenzen zu kennen und Entscheidungen zu treffen, die einen weiterbringen. Dann müssten wir anschließend nicht Ausreden suchend übers Material schimpfen, dem vermeintlich schlecht gepflegten Platz, oder dem Flightpartner die Schuld geben, weil er uns nervt.

Wenn es ganz dumm läuft, haben wir sogar einen Caddie dabei, der uns sagt: „Nimm dein 9er Eisen, leg den Ball auf 100 Meter, dann ein Gap-Wedge ins Grün, 2 Putts und du gehst mit nem Bogey vom schwersten Loch. Das wäre klasse!“

Wenn wir keinen Caddie dabeihätten, wäre noch nicht alles verloren, würden wir nur auf unser Gewissen hören.

Wir ignorieren das oft und das Ergebnis ist bekannt. Unzutreffendes streichen:

  1. Weil wir länger sein wollten als wir eigentlich sind, haben wir den Schläger mit Kraft gerissen, zu schnell ausgeholt sowieso, vor dem Ball in den Boden geschlagen und liegen 15 Meter weiter vorne.
  2. Wir haben das 4er Eisen getroffen, was dann leider nicht so weit war wie der Tag-Traum von unseren golferischen Fähigkeiten kurz zuvor. Jetzt liegt der Ball im Wasserhindernis vorm Grün. Mit einem Strafschlag und Drop sind es noch 50 Meter bis zur Fahne. Das ist aber eine doofe Distanz, also gehen wir in der Verlängerung Kreuzungspunkt Fahne so weit zurück bis wir unsere Lieblingsdistanz erreicht haben. Endlich angekommen bei 100 Meter haben wir begriffen, dass wir das einfacher und ohne Strafschlag hätten haben können.
  3. Wir gehören immer noch zu den guten Golfern, glauben weiter an uns und die 180 Meter Carry mit dem 4er Eisen bei geschlossenen Augen und Gegenwind. Also dropen wir den Ball an derselben Stelle nochmals. Unsere Flightpartner und die Spieler in den nachfolgenden Flights können – solange wir versuchen mit dem 4er Eisen Bälle aufs Grün zu schlagen - in der Zwischenzeit ins Clubhaus gehen und sich den Film Tin Cup mit Kevin Kostner anschauen.

Hört sich vielleicht lustig an, betrifft wahrscheinlich meist nur männliche Golfer mit viel Stolz und fehlender Selbsteinschätzung. Wobei diese Dinge nicht nur ein Problem der männlichen Gattung sind.

Zum Glück ist Golf nur ein Sport und wenn man so agiert, schadet man ja niemandem. Im Gegenteil.

Wenn man anschließend ein wenig in sich geht, lernt man vielleicht sogar etwas fürs Leben und versteht, warum die Fachleute immer wieder so viel Wert legen auf Course Management.

Ja, das mit dem Course-Management ist so eine Sache. Der Golfplatz ist das eine. Wie aber sieht es aus mit unserem Lebens-Management? Läuft?

Was das Leben betrifft, sind wir Golfer in der Regel auch der festen Überzeugung, dass wir die Dinge im Griff haben. Situationen, denen wir uns stellen müssen, sind wir selbstverständlich gewachsen, beurteilen sie richtig und ergreifen die richtigen Maßnahmen, etc.

Ein Großteil der Golfer gehört immer zu den erfolgreichen Menschen – zumindest beruflich, einkommensmäßig und so. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, den Mover & Shaker sind wichtig für eine Gesellschaft. Es braucht sie.

Aber auch bei erfolgsverwöhnten Menschen geht leider manchmal etwas kaputt – beruflich, privat, perspektivisch, gesundheitlich. Wie beim Golfen auch, gibt es manchmal Einflüsse auf unser Spiel, die wir nicht einberechnen oder steuern konnten.

Da schreit jemand auf der anderen Bahn „FORE“ während wir gerade unser geliebtes 4er Eisen schwingen, oder das Wetter ändert sich wider Erwarten, der perfekte Schlag ins Grün wird versaut, weil der Ball auf einem Sprenkler landet, usw.

Wir verfehlen auch im Leben manchmal das Ziel, das wir uns eigentlich erträumt oder gesteckt haben. Dinge kommen nicht selten anders als geplant. Enttäuschung, Resignation oder Depression können die Folge sein.

So richtig hart kann es werden, wenn wir plötzlich und unerwartet vor Schicksalsschlägen stehen und uns der Boden unter den Füßen zu entgleiten droht. Plötzlich haben wir gar nichts mehr im Griff. Ein Socket nach dem anderen und wir kriegen es nicht mehr raus. Verzweiflung. Und dann?

Klar, die meisten kommen schon irgendwie durch schwere Zeiten hindurch - vor allem, wenn sie ein starkes Netz an Familie und Freunden haben, das sie auffängt. Aber gerade das versagt oft in Krisen.

Als Golfer kann ich ruhig an mein 4er Eisen glauben und wenn es mich enttäuscht, ist das nicht so schlimm. Für die, die es mitbekommen, ist es sogar unterhaltsam und hoffentlich lehrreich. Aber es geht nichts kaputt.

Als Golfer, der ich entschiedener Christ bin und an Jesus glaube, der im Hier und Jetzt real und erfahrbar ist, habe ich mir nicht nur eingestanden, dass ich meinen Glauben an das 4er Eisen und 180 Carry vergessen kann. So gut bin ich nicht.

Als Christ habe ich mir allerdings auch irgendwann eingestanden, dass ich für mein Lebensmanagement Gottes Hilfe brauche, obwohl ich ein „erfolgreicher und starker Mann“ bin. Und wie im Golfen auch, habe ich mich entschieden, die Verantwortung für mein Spiel selbst zu übernehmen und die Schuld nicht mehr in langsamen oder zu schnellen Grüns oder sonst etwas zu suchen.

Verstanden habe ich als Christ, dass nicht Gott die Verantwortung dafür trägt, wenn die Dinge im Leben nicht optimal laufen. Gott anzuklagen, wenn mich ein Schicksalsschlag trifft, oder eine schwere Krankheit ereilt, ist vielleicht eine verständliche Reaktion, weil ich mit meiner Trauer und Wut irgendwohin muss, aber fair ist es bei genauer Betrachtung nicht. Seinen Ärger an Gott auszulassen, der uns bis dahin auch nicht wirklich interessierte, ist genauso dumm wie sich darüber aufzuregen, dass man immer noch nicht einstellig ist, obwohl man nie trainiert und nur einmal im Monat golft.

Wir leben zum einen in einer Welt, die nicht mehr heil ist, sondern eigentlich immer kranker wird und immer stärker den Eindruck macht, dass sie Erlösung braucht. Unser Vertrauen auf Politiker und Diplomaten wird da nicht mehr reichen.

Seitdem die Sünde in die Welt kam sind die Menschen zwar intelligenter geworden, haben tolle Dinge erfunden, die nützlich sind, aber was haben sie letztlich erreicht. Kriege, Hass, Mord und Totschlag, kaputte Beziehungen, etc. sind immer noch da. Ja, man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass eigentlich immer mehr kaputt geht statt heil zu werden.

Der Mensch beweist es täglich, dass er eigentlich auf Krawall gebürstet ist, auf das egoistische Durchsetzen seiner Ziele (auch in Ehe und Beruf) usw.

Im Großen und Kleinen funktioniert das Gutsein nicht. Nicht mal auf dem Golfplatz in unserer Freizeit kommen wir immer ohne Ärger durch.

Nein, es ist nicht fair Gott anzuklagen, wenn es uns oder der Welt dreckig geht, weil wir ihm – wenn es denn tatsächlich läuft – weder danken, noch signalisieren, dass seine Liebe erwidern möchten.

Würden wir uns und unseren Stolz allerdings mal überwinden und uns mit Jesus beschäftigen, würden wir schnell sehen, dass es das innige Bemühen Gottes ist, uns zu ihm hin zu lieben.

Wir Menschen schlagen seine Einladung lieber aus, oder bleiben bestenfalls in der Sache neutral. In Gottes Augen ist es dasselbe wie Ablehnung.

SO SEHR HAT GOTT DIE WELT GELIEBT, DASS ER SEINEN EINZIGEN SOHN GAB, DAMIT ALLE, DIE AN IHN GLAUBEN NICHT VERLOREN WERDEN, SONDERN DAS EWIGE LEBEN HABEN! (Johannes 3,16)

Diese Liebe ist nicht daran geknüpft, dass wir zuerst gut genug werden. Gott wendet sich uns nicht erst dann zu, wenn wir unser 4er Eisen treffen. Nein, wir werden erst dann zu Menschen in Gottes Sinn, wenn wir Jesus kennenlernen. Die Begegnung mit dem Auferstandenen verändert.

Dieser viel zitierte Satz aus Johannes 3:16 steht in der Bibel, weil er uns zeigt, wie sehr Gott daran liegt, mit uns ganz persönlich in eine innige Beziehung zu treten - eben weil er uns liebt und dir und mir vergibt. – Jesus sagte diesen Satz und offeriert uns hier eine 2. Chance, den ultimativen MULLIGAN.

Neulich las ich etwas, das ich hier sinngemäß wiedergebe:

Es ist letztlich das fehlende Vertrauen, dass Gott das Beste für uns möchte, was der Sündhaftigkeit des Menschen zugrunde liegt. Es ist die Verweigerung zu glauben, dass Gott mein Glück möchte und dass er sich danach sehnt, dass ich erfüllt lebe. Es ist der Irrglaube, dass der Glaube an und die Beziehung mit Jesus einengt statt zu befreien. Religion engt ein und knechtet, Jesus Christus und der Glaube in seinem Sinne tut das nicht.

Die Rebellion des Menschen begann im Garten Eden, als Gott dem Menschen sagte: „Vertraut mir, denn ich weiß, was das Beste für euch ist.“

Die ersten Menschen haben den Test nicht bestanden, weil sie Gottes Angebot ausgeschlagen haben. Wir alle tragen die Konsequenzen, denn der Mensch und Golfer ohne Gott ist alles weder vollkommen, noch ist er heil. Er glaubt lieber an sein 4er Eisen, braucht aber eigentlich Jesus und seine Vergebung.

Bis heute bestehen wir darauf, dass wir selbst entscheiden, was das Beste für uns ist. Wir bestimmen das Course- und Lebensmanagement.

Wir schlagen den Rat dessen aus, der uns schuf und genau deshalb weiß, was das Beste für uns ist, ja, das Beste für uns bereithält. Das Ewige Leben und das erfüllte Leben im Hier und Jetzt sind ein Geschenk, das bekommt, wer es haben möchte. Aber ohne Jesus schießen wir am Ziel vorbei.

Ich lade uns ein, unser Vertrauen auf Gott zu setzen, anstatt allein auf unsere Maßstäbe für Gut und Böse, Falsch und Richtig.

Rede mit Jesus. Er hört dir zu wie ein Freund, egal ob du das Gespräch an einer roten Ampel suchst, bei einem Spaziergang oder einem ruhigen Moment daheim.

Veröffentlicht am 13.10.2016 © Karsten Gosse
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