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Ein Ex-Golf-Pro aus Florida im Schneetreiben des Golfpark Rothenburg

GP ROT 2016 1. Ichtus 13Als die meisten von uns Sonntagmorgen aufwachten, lachte die Sonne. „Cool“, wird sich der eine oder andere gedacht haben, „das wird ein schöner Turniertag im Golfpark Rothenburg Schönbronn!“. Es wurde ein schöner Turniertag, aber etwas anders als vielleicht erhofft. Dazu gleich mehr… (Bilder zum Vergrößern anklicken (c) Ichtu's - Christen im Golfsport e.V.)

 

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Alessando zauberte mit seinem Team im Hofgut Schönbronn ein Frühstück, das sich wirklich sehen lassen konnte. Prima calazione - era molto deliziosa!! Neben einem leckeren Frühstück gab es wie immer eine kurze Andacht, in der es um das ging, was bei uns Golfern über Gut und Böse entscheidet: Die paar Zentimeter zwischen den Ohren. Ja, Golf wird im Kopf entschieden. Allerdings stand in der Andacht das Gehirn mit seiner beeindruckenden Anzahl von Atomen im Mittelpunkt. Zum Vergleich mussten geschätzte 100 Mrd. Galaxien mit je geschätzten 100 Mrd. Sternen herhalten. Spätestens als wir das Turnier wegen sehr starkem Schneefall und böigen Winden abbrechen mussten, hatte der Schöpfer uns eine ganz praktische Lektion in Sachen unüberschaubar große Anzahl vieler kleiner Schneekristalle gegeben.

Ja, das Turnier heute, geht einmal mehr in die Geschichtsbücher der Ichtu’s-Turniere ein. Das Aprilwetter meinte es ernst und machte, was es wollte. Wir waren zwar gewarnt, aber die nur 0,1 mm Niederschlag aus der Wettervorhersage trafen nicht wirklich ein. Beeindruckend war der Wechsel zwischen Sonne, Wolken, Wind und Schnee aber dennoch. Waren es zu Beginn der Runde noch einigermaßen „angenehme“ Temperaturen um die 6 Grad, froren uns am Ende fast die Fingerspitzen ab.

Der spätere Bruttosieger John ist US Amerikaner und kommt aus Florida. Er schüttelte mehr als einmal verzweifelt den Kopf, den er hier und da mit seinem Schlägertuch vor Schnee und Kälte zu schützen suchte. Als wir auf den zweiten Neun am Grün der 13 ankamen und es binnen Sekunden zum Weiß der 13 wurde, wurde das Putten zur Glücksache. „Sollten wir weitermachen?“ Eigentlich hatte ich darauf eine Antwort, aber Gerd - mit allen Wassern gewaschen und ein hart gesottener Golfer - nickte und so schlugen wir unsere Bälle im Schneetreiben und bei Wind so um die 30-40 km/h übers Eck Richtung Grün der 14. Auf dem Weg zum Grün kam Andreas, seines Zeichens ausgebildeter Platzrichter des BGV, von der 12 über die 13 in unsere Richtung zur 14 gelaufen. Er wedelte aufgeregt und unmissverständlich mit seinen Armen.

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Das, was wir durch das dichte Schneetreiben erkennen konnten, sollte wohl bedeuten „AAAAAAAAAAAAAAbbruch!“ – Ja, inzwischen waren wir in unserem Flight einig geworden – ohne Worte. Die Suche nach meinem Ball und seinem provisorischen Bruder gab ich auf. 3,20€ in den Sand bzw. Schnee gesetzt. Die Bälle waren einfach nicht mehr zu sehen – obwohl es gelbe waren. Gegen extrem starken Gegenwind setzten wir dann zur Talfahrt an. Zwar ohne Snowboard, aber irgendwie doch in dem Feeling, als ginge der Winterurlaub mit der letzten Abfahrt Endlich zu Ende. Wie anstrengend es sein kann, einen Elektro-Trolley und einen Schirm bei starkem Schneetreiben im Gegenwind und Blindflug talabwärts Richtung Clubhaus zu bewegen, war mir so nicht bewusst. Mir fehlte einfach die Erfahrung.

Dass wir am Grün der 10 noch überlegt hatten, ob wir uns Sonnenschutz auftragen sollten, war dann auch nur ein kurzer Gedanke, der aufblitze, als wir dasselbe erneut passierten - diesmal im "Tiefschnee". Die Realität war inzwischen eine andere. Dazwischen lagen ein Eagle, ein paar Par und ein paar Bälle – irgendwo links und rechts der weißen Fairways.

Wie gut und angeregt wir uns – endlich bei Alessando eingekehrt – über Erlebtes unterhielten, kann man sich wohl denken. Vor dem erneuten Wintereinbruch gelang es allen 9 Loch zu spielen. So konnten wir dann auch noch Sieger küren. Dass John mit einer Scorekarte vom Feinsten (Ein Eagle, sieben Par, ein Bogey) aufwartete, machte die Sache dann zu etwas ganz Besonderem. Aber auch Carmen Egner, die Gewinnerin der Portugalreise, hat dem guten Pros, die uns in noch vor zwei Wochen Portugal betreuten, auf ihre Weise Dank gezollt.

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Markus Siewert wurde mit 21 Netto verdienter Zweiter und Fredi Egner mit 18 Netto Dritter.

Am Ende ziehe ich den Hut vor allen Teilnehmern, die es sich nicht nehmen lassen wollten, dieses erste Ichtu’s-Turnier zu spielen – Wetterprognosen hin oder her. Danke allen, die 300, 120, 100 oder weniger Kilometer angefahren sind, um dabei zu sein. Danke an alle Rothenburger, die die Sache und Idee mit ihrer mittelfränkischen Herzlichkeit unterstützen. Danke auch an den Golfpark Rothenburg, Geschäftsführung, Management und Sekretariat. Last but not least: Alessando, die Pizza und Pasta waren mindestens genauso lecker wie das Frühstück!

Hier geht’s demnächst weiter: Termine.

Veröffentlicht am 25.04.2016 © Karsten Gosse
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