Newsletter

Nachricht

Golf und Gott

„Ich bete nie auf dem Golfplatz. Gott erhört meine Gebete überall, nur nicht dort!“ (Pastor Billy Graham)

Tja, wie verhält sich das mit „Sport und Gebet“, „Gott und Golf“ oder „Gott und Sport“ überhaupt? Diese Tage kam ich schon einmal an dieser Frage vorbei, als ich nach einem endlich mal wieder erfolgreichen Turnier am 19. Loch auf der Terrasse des schönen Golfclubs Schwäbisch Hall saß. Dabei saßen meine sehr angenehmen Spielpartner und weitere sehr nette Golfer zusammen.

Wie immer, wenn ich meinen Mitspielern „Das Spiel“ schenke, ein tolles Buch von Ken Blanchard, erkläre ich kurz, um was es darin geht.

(Nebenbei angemerkt: Das Magazin Lebenslust rechts, mit guten Artikeln, u.a. zur Frage, warum Golf nicht alles ist, habe ich ebenfalls verschenkt - --> klicken und online lesen.)

So „entschuldigte“ ich mich sogleich mit meinem Sportpastordasein für das dreiste Geschenk eines Buches über „Golf und Gott“.  Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: „Was bist du? Sportpastor!? Was es nicht alles gibt!“

Dann entwickelt sich eine typische Eigendynamik, die immer wieder so oder ähnlich abläuft:

„Okay, ich komme mal zu einem deiner Gottesdienste und spiele dann bei einem deiner Turniere mit. Vielleicht werde ich endlich besser, wenn ich unter dem Segen Gottes golfe.“

Meine Mitspielerin erläuterte den anderen Anwesenden an unserem Tisch: „Na, dann ist es ja kein Wunder, dass er heute ein so tolles Ergebnis erzielt hat! Seine Bälle sind heute öfter vom Baum aufs Fairway abgeprallt anstatt im Wald zu verschwinden. Der da oben hatte bestimmt seine Hand im Spiel.“

Was sollte ich dazu sagen? Ich versuchte zu relativieren und die Erwartungen an Gott etwas zu dämpfen, denn schließlich ist er ja keine gute Fee oder der Weihnachtsmann, die nur existieren, um unsere Wünsche zu erfüllen. Nein, im Gegenteil. Manchmal glaube ich, Gott hat Golf selbst erfunden, weil er uns über dieses Spiel unglaublich viele Lektionen über das Leben erteilt.

golf_schlagtechnik_rough_klFrust und Freude liegen so nah bei einander wie Fairway und Wasserhindernis bzw. Sandbunker. Natürlich würden wir Golfer mit unseren Bällen am liebsten immer auf dem Fairway liegen statt im Rough (hohem Gras). Aber wie im richtigen Leben, ist eine Runde Golf meist eine Mischung aus „himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“ – bei mir zumindest.

Ich lerne dabei viel über Selbstbeherrschung, Neuausrichtung aufs Ziel oder aber in schwierigen Situationen vernünftige Entscheidungen zu treffen (was nicht immer gelingt). Nicht zu viel auf einmal zu wollen muss beim Golfen dringend gelernt werden, will man erfolgreich spielen. Man lernt auch, dass nicht alles, was auf einem Grün eben aussieht, auch wirklich eben ist und man macht die Erfahrung, dass  es manchmal besser ist (nicht) auf den Rat des Mitspielers zu hören. Die Liste dessen, was man beim Golfen lernen kann, würde Seiten füllen.

Viele meiner golfenden Freunde höre ich auf dem Golfplatz übrigens schimpfen. Je niedriger das Handicap (das ist etwas Gutes), umso höher ist manchmal auch das Ausmaß des Ärgers (das ist nicht ganz so gut). Solange aber nur mit Worten und nicht mit Schlägern um sich geworfen wird, ist das noch ungefährlich. Manche hadern so sehr mit ihren eigenen Fehlern, ihrem zu kurzen oder zu langen Schlag und schieben jemandem die Schuld in die Schuhe, der – wäre er als Caddy gefragt worden – zu einem anderen Schläger geraten hätte. Das hört sich dann so an: „Oh, Gott, oh Gott“ oder „Mein Gott, warum!?“ – Zugegeben, ich höre solche Ausrufe zwar nicht gerne, aber manchmal  leiten sie auch ein gutes Gespräch ein, wenn ich sage: „Gott kann nichts dafür!“

Ich persönlich mag den Vergleich mit Jesus als Caddy. Nein, nicht als bedeutungsloser Taschenträger. Gute Caddies sind im Profigeschäft sehr wichtig, weil sie mit den Schwierigkeiten des Platzes vertraut sind und mit gutem Rat zur Seite stehen. Jesus kennt das Leben, den Weg zum Ziel und weiß Rat, wenn es darum geht gute Entscheidungen zu treffen. Er ist natürlich weit mehr als ein Caddy.

Klar ist, dass ich nicht immer eine Antwort erhalten werde, wenn ich auf dem Golfplatz meine Stoßgebete losschicke. Und auch wird nicht jeder Schlag gelingen, sonst würde ich mein Geld mit Golf verdienen. Manchmal lernt man eben mehr aus Niederlagen als aus Siegen. Allerdings weiß ich aus Erfahrung, dass ich mit Jesus über alles reden kann, was die Faiways, Grüns, Bunker und Roughs meines Lebens betrifft.

Er hat verschiedentlich klar und deutlich gesagt oder angedeutet, dass er ein aufrichtiges Interesse an uns ganz persönlich hat – unabhängig von unserem Handicap als Golfer oder Noch-nicht-Golfer.  „Wer mich kennt“, sagt Jesus „hat das Leben!“ Das Evangelium des Johannes ist eine gute Quelle, um mehr über ihn zu erfahren.

Ichtu’s – ich glaube und ich spiele leidenschaftlich gerne Golf.  Parallelen zum Leben und Glauben finde ich im Golfsport viele. Und ich treffe Menschen, die golfen, um zu vergessen oder zu verdrängen, was ihnen Sorgen macht. Viele meiner golfenden Freunde haben einen anstrengenden Job, viel Verantwortung für andere Menschen und und und. Da bin ich froh, dass ich ihnen meinen Caddy – Jesus –vorstellen kann.  Weil er existiert, mache ich kein Hehl daraus, dass ich auch auf dem Golfplatz manchmal mit ihm rede – über mein schlechtes Golf, meine Familie, meine Freunde und vieles andere mehr. Gebet auf dem Golfplatz – das geht. Pastor Billy Graham meinte den einleitenden Satz auch nicht wirklich ernst. Das weiß jeder, der ihn kennt.

Deshalb will ich zum Abschluss nochmal etwas sagen zu diesem Wahnsinnstag in Schwäbisch Hall, das Highlight meines bisherigen Golferlebens. 18 Brutto Punkte, nur 91 Schläge. Handicapverbesserung von -25,1 auf 21,1. Glücksgefühle.

Morgens,  als wir mit den Kindern frühstückten, dankte die beste aller Ehefrauen Gott für Seine treue Versorgung und fügte als Bitte noch hinzu: „Jesus, hilf Karsten heute doch, sein Handicap zu verbessern.“ War das Eigennutz, weil sie wusste wie glücklich ihr Mann nach Hause kommen würde, wenn er gut gegolft hat? Was auch immer das Motiv ihres Gebets war, irgendwie hat es geholfen, auch wenn ich bei mir selbst dachte: „Oh nein, jetzt setzt sie mich auch noch unter Druck!“

Wenn Sie wollen, erzähle ich Ihnen noch mehr von meinem Caddy oder Sie kommen einfach mal zu einem unserer Events.

Veröffentlicht am 20.05.2011 © Karsten Gosse
In Cooperation mit

kehl1 kircher1 wtbau1 procom1 hoffmann1 wassermann1